Selbstbehauptungs-Seminar : „STOPP - Bis hierher und nicht weiter!"

20 mal Frauenpower! Kamerakind: Gaby Kuschyk
20 mal Frauenpower! Kamerakind: Gaby Kuschyk

Werne - „STOPP - Bis hierher und nicht weiter!" … Das ist eine klare Ansage!Frauen in Werne fühlen seit der dreitägigen Schulung durch Kriminalhauptkommissarin Heike Redlin wesentlich sicherer und zeigen dies auch deutlich.

 

Im Selbstbehauptungs-Seminar der Kreis-polizeibehörde lernten 20 Frauen zwischen 20 und 72 Jahren, wie sie in Bedrängnis klare Ansagen zum „Stopp“ aussprechen können und sich so gegen Zudringlichkeiten und Gewalt wehren können.

Bis hierher und nicht weiter, Stopp! NEIN ist ein ganzer Satz“ erklärt Heike Redlin den Frauen. An drei Abenden erlernten die Teilnehmer rechtliche Inhalte vom Jedermann-Paragraph, der das Festhalten bis zum Eintreffen der Polizei regelt, bis zur Erstattung der Anzeige.

 

Gefahren zu erkennen war ein wichtiger Bestandteil des Seminars. Es ist nicht die dunkle Gasse, in der die größten Gefahren für Frauen lauern. Täter sind meist im sozialen Umfeld, Familie, Beruf oder Bekanntenkreis zu finden, wo konsequente Tataufklärung oft an ihre Grenzen stößt. „Bargeld immer am Körper tragen und vor allem deutlich Nein sagen“, erklärt Heike Redlin. „Die Seminarteilnehmerinnen haben gelernt, als Gegnerin aufzutreten, nicht in der Opferrolle zu verharren“ erklärt sie weiter.

 

In Gefahr dem Opfer Hilfe anbieten und den Täter einfach ins Abseits stellen“ - war für Bianca Christ eine neue Erkenntnis. Auch Stephanie Viefhues machte die Erfahrung, dass die Wahrnehmungen als Opfer eine völlig unbekannte Seite an ihr sei. „Frau verhält sich anders als sie selbst erwartet“ sagt sie.

 

Und wenn nichts mehr hilft, wandelt sich Frau zum Stinktier. „Rapel“ ist eine unauffällige Ampulle, die körpernah getragen wird. Bei Gefahr wird die „Stinkbombe“ zerdrückt und verströmt einen äusserst penetranten Geruch. Pfefferspray und Elektroschocker haben allerdings ausgedient bei den Präventionskursen. „“Viele habe die noch in der Tasche, aber der Trend geht weg davon“, weiß Heike Redlin. Selbstbewusstsein und Kenntnis der eigenen Kräfte und Techniken sind der beste Schutz gegen Gewalt.

Fast alle Seminarteilnehmerinnen werden nun den Trainingsteil mit Wing-Tsun-Lehrer Ralf Konkel besuchen.

Treten und Schlagen sind sogar erwünscht im praktischen Teil. Wie Schlagkraft abgeleitet wird und Angreifer außer Gefecht setzt werden, bekommen sie dann nahe gebracht.

Unterschiedliche Angreifer-Typen lernen die Frauen im Trainingsteil mit Ralf Konkel kennen. Zimperlich geht es dort nicht zur Sache. Der von Nonnen entwickelte Kampfstil, eng an die Shaolin-Kampfkunst angelehnt, zeigt den Frauen vom Auftreten bis zum Schlagtraining, wie sie in Notsituationen reagieren können. „Sich wehren zu dürfen ist für viele Frauen neu“, weiß Rolf Konkel. Griff- und Befreiungstechniken und dabei Hemmungen fallen zu lassen erlernte der Kurs in Rollenspielen. Sich zu wehren mit Arm- oder Beinschlägen wird für viele Teilnehmerinnen neu sein.

 

 

Im nächsten Jahr bietet die Gleichstellungsbeauftragte Gaby Kuschyk einen weiteren Kurs an.

 

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