RSV Unna - Franziska Koch holt DM-Titel im MTB

Bad Salzdetfurt – Das Mädel ist aber auch einfach ne Wucht! Das Stadtwerke-Team-Unna hat in diesem Jahr die achte Goldmedaille bei Deutschen Meisterschaften gewonnen. Ver-antwortliche dafür schon wieder die überragende Juniorin im RSV Unna, Franziska Koch.

Ich habe die Umstellung von der Straße auf das Mountainbike in den letzten Wochen gut hinbekommen. Allerdings bin ich in diesem Jahr wenig Rennen im Gelände gefahren und weiß so nicht, wie die Form ist“, so die junge RSVlerin vor dem Rennen.

 

Starke Besetzung am Start

Mit ihr am Start in Bad Salzdetfurt waren u. a. die Titelverteidigerin Leonie Daubermann und die führende in der MTB Bundesliga Ronja Eibel. „Ich habe alle, die am Start sind, in diesem Jahr schon geschlagen. Allerdings haben die sich in den letzten Monaten weiterentwickelt und sind immer stärker geworden“, so eine skeptische Franzi vor dem Start. „Der starke Regen und die dadurch schlammige Strecke sind aber vielleicht ein Vorteil für mich. Bei diesem Wetter habe ich in den letzten Tagen besonders intensiv trainiert“.

 

Die weiblichen Klassen der Frauen, der U23 und der Juniorinnen um Franzi Koch starteten mit ihren Klassen im Minutenabstand. Gleich am Start ging es die ersten 500m mit sechs Prozent bergauf, dann eine Kurve und wer glaubt es wird flach, den erschreckt der Blick gegen die Wand. Es schließen sich 400m an, die es mit dem Anstieg an der Fröndenberger Eule aufnehmen können. „Ich gehe meine Rennen immer zurüchaltend an und schaue was die anderen machen. Ich wusste aber, dass ich als zweite in den Wald musste“.

 

Technik spielte eine große Rolle

Dort wird es dann eng, matschig, geht steil bergauf und bergab. Ein Überholen ist da nicht mehr möglich. „Die Technik spielt hier eine große Rolle. Die falsche Fahrerin vor einem kann schon erheblich bremsen. Daher bin ich dann in einer Kurve an die Spitze gefahren. Danach habe ich dann mein Tempo fahren können“.

Mein Tempo“ hieß, dass sie in der ersten Runde nur 15 Sekunden langsamer war, als die ehemalige deutsche Meisterin der Frauen, Welt- und Europameisterschaftsstarterin Adelheid Morath. Franzi fuhr nicht nur in ihrer Klasse voraus, sie überholte den kompletten U23 Jahrgang und setzte sich anschließend immer weiter vorne im Frauenfeld fest.

 

Am Ende wurde sie überlegen Deutsche Meisterin.

Eine Minute Vorsprung auf Ronja Eibel und mehr als sieben Minuten auf die Dritte, Leonie Fend, sprechen für sich!

Ich habe richtig Spaß am MTB. Alleine zu wissen, dass ich wieder aufsteigen darf, finde ich schon toll. Es gibt mir immer Motivation auch für die Straße und die Bahn“.

 

Auf dem Weg zur EM

Heute ist Franzi schon wieder in Italien. Dort startet sie mit dem Nationalteam am Donnerstag im Teamwettbewerb und am Samstag in ihrem Rennen. „Ein Platz unter den ersten 10 wäre schon toll für mich“, so die bescheidene Fahrerin des RSV Unna.

 

Patrick Moster, Sportdirektor des BDR, hatte aber noch eine gute und eine schlechte Nachricht parat ... Ihre herausragenden Leistungen sind dem Verband natürlich lange bekannt. Deswegen darf sie nach der Europameisterschaft im MTB hier auch noch die Weltmeisterschaft fahren und auch mit der Nationalmannschaft zur Straßen-WM fahren.

Für die kommenden Jahre wird sie sich entscheiden müssen. Der Verband wird sie schützen und dann nur noch in einer Disziplin international einsetzen. Ein Wehrmutstropfen an einem traumhaften Tag...

 

Aber wie ich Franzi kenne, wird sie auch hier die richtige Entscheidung treffen.