Gedenkstunde zur Reichspogromnacht in Werne

Werne – Am ehemaligen Standort der Synagoge in der Markt-Passage wurde am Donnerstag der Reichspogromnacht gedacht. Bürgermeister Lothar Christ erinnerte an die Geschehnisse der Nacht vom 09. auf den 10. November 1938.

 

Auch Werne ist damals nicht verschont geblieben. Ratsvertreter und Bürger versammelten sich aus diesem Grund an diesem historischen Ort, an dem der Bürgermeister einen Kranz niederlegte.

Vor der Kranzniederlegung hielt Bürgermeister Christ eine Rede, in der er mehrfach zur Besinnung mahnte.

Im nächsten Jahr ist es 80 Jahre her. Daher war seine Frage schon berechtigt: „Macht es Sinn, nach so langer Zeit noch zurückzuschauen und an die schrecklichen Geschehnisse zu erinnern?“

Christ zitierte mit den Worten des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker die Antwort: „Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart. Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird anfällig für neue Ansteckungsgefahren“.

 

In seiner Ansprache erläuterte Bürgermeister Christ, dass es auch heute noch verschiedene Facetten von Antisemitismus gibt

 

Oder anders gesagt – Antisemitismus war nie weg! Schon Martin Luther erklärte einst, dass er nicht gerade der größte Freund der Juden war. Aktuell sieht man auch im Israel/Palestina-Konflikt, wie explosiv die Stimmung ist – tagtäglich. Nicht umsonst beobachten immer noch 31 Staaten den immer wieder aufkeimenden Antisemitismus.

 

Daher ist es wichtig, diesem historischen Datum zu Gedenken.

Etwas unglücklich empfanden einige Bürger die Terminierung eines Martins-Zuges auf dem Marktplatz.

Wir gedenken hier an die Pogromnächte, und dort singt man von der brennenden Laterne“, hieß es. Nun gut – wir wollen nicht päpstlicher als der Papst sein, aber etwas Rücksicht könnte nicht schaden.

 

Zum Schluss danken wir noch den Jugendgruppen, die sich stets um die Stolpersteine in Werne kümmern, und sie reinigen. In Zeiten, wo Andernorts die Stolpersteine aus dem Boden gerissen werden (Berlin), ist das ein besonders erwähnenswerter Punkt!