Der 25. November ist der internationale Tag "NEIN zu Gewalt an Frauen!"

Werne - Der 25. November ist der internationale Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“. Die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Unna nehmen diesen Gedenktag, wie auch schon in den Jahren zuvor, zum Anlass, um auf die Situation von Frauen, die von häuslicher und auch sexualisierter Gewalt betroffen sind, aufmerksam zu machen.

 

Nun heißt es bei Zippelmütz stets, dass wir über die schönen Dinge schreiben. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel, und wir helfen gern, bei diesem Thema Aufmerksamkeit zu generieren. So waren wir am Freitag dabei, als am Stadthaus die Gleichstellungsbeauftragten Gabriele Kuschyk und Rebecca Sulke Nettsträter zusammen mit dem Hausmeister die TERRE DES FEMMES-Fahne hissten. Denn auch wir finden, dass man darauf aufmerksam machen muss.

 

Dieser Gedenktag geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und hatten sich an Aktivitäten gegen den tyrannischen Diktator Trujillo beteiligt.
Der Mut der Mirabal-Schwestern bei ihrem Kampf gegen den Tyrannen gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln.

1981 wird der 25. November ein internationaler Gedenktag: Auf einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen in Bogotá in Kolumbien würdigten die Teilnehmerinnen diese Frauen und riefen das Todesdatum der drei Frauen zum Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen aus. Seit 1999 ist der 25. November auch von den Vereinten Nationen als offizieller internationaler Gedenktag anerkannt.

 

TERRE DES FEMMES sieht sich als Teil dieser Bewegung. Daher wurde für Deutschland diese Fahnenaktion entwickelt, welche erstmals 2001 bundesweit von zahlreichen Frauenbeauftragten und vielen anderen Verbänden aufgegriffen und mit getragen wurde. Bundesweit hissten in den letzten Jahren in rund 800 Gemeinden und Städte die Fahnen!

 

Die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Unna beteiligen sich ebenfalls mit unterschiedlichen Aktionen daran. Zum Thema Gewalt an Frauen finden rund um den 25. November im gesamten Kreisgebiet zahlreiche Veranstaltungen unter Beteiligung örtlicher Institutionen und Vereine statt.

 

Die Übergriffe in der Silvesternacht 2015 in Köln haben bei vielen Frauen zu Verunsicherungen geführt. Um dieser Verunsicherung entgegen zu treten sind in einigen Kommunen wie in Werne Infoveranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Polizeikommissariat Vorbeugung angeboten worden. Die massiven Übergriffe auf Frauen haben der Thematik, die immer schon da war, zu einer großen Öffentlichkeit verholfen.

 

Letztes Jahr hat der Bundestag ein strengeres Sexualstrafrecht beschlossen. In Deutschland gilt nun das Prinzip „Nein heißt Nein“. Damit werden die Rechte der Opfer von Sexualdelikten erheblich gestärkt. Dieser Grundsatz ist immer schon von Frauenorganisationen gefordert worden. Im Zuge der Neuregelung wird nun auch der Straftatbestand „Sexuelle Belästigung“ eingeführt, der sich gegen Grabscher richtet.

 

TERRE DES FEMMES hat dieses Jahr zum Internationalen Gedenktag "NEIN zu Gewalt an Frauen" am 23. November direkt auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor eine Aktion gegen weibliche Genitalverstümmelung organisiert.

 

TERRE DES FEMMES wird gemeinsam mit AktivistInnen aus verschiedenen afrikanischen Diaspora-Communities und europäischen Ländern mit einer Performance auf diese Menschenrechtsverletzung aufmerksam machen.

 

Tür auf!“ - Schutzräume für alle gewaltbetroffenen Frauen. Es werden ausreichende und kostenlose Frauenhausplätze für alle Frauen, die Schutz vor Gewalt suchen - unabhängig vom Einkommen und Aufenthaltsstatus - gefordert.

 

Die Finanzierung ist von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich,“ „Unsere Landesförderung deckt nicht alle Kosten ab. Der Kreis Unna muss deshalb einen großen Teil mitfinanzieren. Zudem müssen sich alle Frauen beim Jobcenter zur Sicherung des Lebensunterhalts und der Unterkunft quasi arbeitssuchend melden – obwohl der Grund ihrer Flucht ins Frauenhaus ein völlig anderer ist. Von den Leistungen des Jobcenters sind aber z.B. Auszubildende, Studentinnen und Frauen mit unsicherem Aufenthaltsstatus ausgeschlossen. Selbstverständlich nehmen wir auch diese Frauen auf, müssen aber erhaltene Spendenmittel oder Bußgelder einsetzen.“

 

Und das sagen die kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten:

Wir begrüßen die Aufstockung der Landesmittel im kommenden Haushaltsjahr im Bereich „Schutz und Hilfe für gewaltbetroffene Frauen“ sowie im Bereich der Prävention bei sexualisierter Gewalt. Hier einen verstetigten Wachstumsfaktor einzuführen, ist aus unserer Sicht angemessen und notwendig.

 

Wir begrüßen auch die Weiterführung der seitens der Vorgänger-Regierung begonnenen Maßnahmen für geflüchtete Frauen im nächsten Jahr.“

 

Das Frauenhaus (Tel. 02303/77890-50) bietet Frauen ab 18 Jahren, die von häuslicher Gewalt bedroht sind oder misshandelt werden, sowie ihren Kindern Schutz und Unterkunft zu jeder Tages- und Nachtzeit. Bei freien Plätzen ist immer eine Mitarbeiterin des Frauenforums telefonisch zu erreichen, andernfalls informiert ein Anrufbeantworter über Alternativen.

 

Die Frauen-und Mädchenberatungsstelle (Tel. 02303/82202) bietet Frauen und Mädchen ab 14 Jahren allgemeine Beratung (z.B. Trennung und Scheidung, Essstörung, Lebenskrisen etc.) sowie Beratung zu häuslicher und sexualisierter Gewalt an.

 

Das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (Tel. 08000 116 016) berät zu jeder Zeit anonym, kompetent und sicher. Ob Gewalt in Ehe und Partnerschaft, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung sowie Stalking, Zwangsprostitution oder Genitalverstümmelung – Beraterinnen stehen hilfesuchenden Frauen zu allen Formen der Gewalt vertraulich zur Seite und leiten sie auf Wunsch an die passende Unterstützungseinrichtung vor Ort weiter. Der Anruf und die Beratung sind kostenlos.

 

Weitere Infos & sogar eine online-Beratung findet ihr hier:

http://www.frauenforum-unna.de/

https://www.hilfetelefon.de/