RSV Unna: Michel Heßmann bester Deutscher im Nationencup

Radsport - Krankheit zur Unzeit in der Wintervorbereitung, Defekte, manchmal fehlender Mut und dann noch ein Sturz mit Rahmenbruch. Michel Heßmann hatte erst kein Glück … und dann kam auch noch Pech dazu^^

Nach einer langen Durststrecke hat es nun aber endlich geklappt! „Ich habe schon nicht mehr dran geglaubt, dass es in diesem Jahr noch einmal ein gutes Ergebnis für mich gibt. Diesmal war es schon fast perfekt“, so Michel Heßmann im Interview. Im Trikot der deutschen Nationalmannschaft fuhr Heßmann im Nationscup Trophee Centre Morbihan im Nordwesten von Frankreich. Der Nationscup ist die Weltliga des Radsportnachwuchses, in dem die Nationalmannschaften die Starterplätze für die WM ermitteln. Michel Heßmann landete am Ende auf einem starken 6. Platz der Gesamtwertung. Zwischenzeitlich trug er sogar das Trikot des besten Fahrers aus dem Jungjahrgang.

 

Die erste Etappe führte über 123 Kilometer und 1700 Höhenmeter, eine Distanz, die den Fahrern schon viel abverlangt. Gleich zu Beginn konnten sich ein Belgier und ein Italiener absetzen. Ihre Teams leisteten schon richtig professionelle Arbeit und sorgten im Feld dafür, dass die beiden ihren Vorsprung stetig ausbauen konnten. „Der Belgier war schon unfassbar stark. Den konnten wir wirklich nicht mehr einholen. Ich habe es am Ende dann immer wieder versucht, dem Feld zu entkommen. Drei Kilometer vor dem Ziel hat es dann sogar geklappt. Mit einem Teamkollegen und einem Belgier konnten wir am Anstieg einen Vorsprung herausfahren. Leider haben wir in der Abfahrt viel Zeit verloren. Als wir dann auf der Zielgeraden waren hatte ich gehofft wir können uns ins Ziel retten. Es tat dann aber schon weh, 50m vor dem Ziel vom jagenden Feld wieder geschluckt zu werden. Mir brannten die Beine und ich habe nicht verstanden, warum die von hinten immer noch deutlich schneller fahren konnten. Jetzt kenne ich auch diese schwierige Gefühl, was schon so viele Fahrer erlebt haben. Geschluckt auf den letzten Metern – kurz vor dem größten Erfolg der Karriere.“

 

Am zweiten Tag gab es morgens ein kurzes Zeitfahren über sieben Kilometer. „Es lief eigentlich ganz gut, zumindest weil es nicht mein Kurs war. Der war sehr winkelig und leicht wellig, da konnte ich meine Vorteile nicht ganz ausfahren. Platz fünf war dafür dann schon okay.“

 

Nachmittags stand dann noch eine Etappe über 100 Kilometer und 1100 Höhenmeter auf dem Programm. „Ich habe mich hier zurück gehalten und am Ende für unseren Sprinter gearbeitet. Kim Heiduk wurde 3. der Etappe. Für mich reichte Platz 14, um am Ende im Gesamtergebnis einen richtig guten sechsten Platz einfahren zu können“, so Michel Heßmann kurz nach dem schweren Etappen-Rennen.

 

Am Ende fehlten Michel Heßmann lediglich 22 Sekunden zum Platz auf dem Podium …