RSV Unna dominiert die Rad-Bundesliga

 

Radsport - Die Amazonen des Radsports und die Junioren trafen sich am vergangenen Wochenende im hessischen Karbach zur nächsten Runde in der Rad-Bundesliga. Der Kurs in Karbach ist schwer, mit drei unterschiedlichen Anstiegen auf der knapp 18km langen Schleife und immer wieder Windkanten. Aber irgendwie ist das den RSV-Mädels völlig egal ...

Franzi Koch mit Sieg und Sprinttrikot

Sie geht in diesem Jahr als Einzelstarterin an den Start, da der Landesverband NRW kein Team stellen konnte. Während die anderen Spitzenfahrerinnen auf die Unterstützung ihrer Teamkolleginnen hoffen können und dazu noch ein Materialfahrzeug hinter sich haben, ist Franzi Koch vom Rad Team Stadtwerke Unna ganz auf sich allein gestellt.

 

Wenn ich mal einen Defekt habe, dann darf es nur gerade dort sein, wo meine Eltern stehen. Ansonsten könnte ich ein Busticket ziehen, bevor der nächste Materialwagen da wäre, der mir helfen könnte.“

wieder einmal ging alles gut und im Sprint gegen ihre stete Widersacherin Hannah Ludwig siegte Franzi bereits zum zweiten Mal in Folge.

Direkt am Start geht es schon bergauf. Hannah hat das Tempo gleich hoch gehalten, so dass sich das Feld schnell aufteilte und wir mit 6 Fahrerinnen in einer Spitzengruppe waren. In der zweiten Runde habe ich dann den ersten Anstieg hoch durchgedrückt und plötzlich waren wir nur noch zu dritt.“

Von da an ging alles recht schnell. Die Abstimmung klappte und die drei erfuhren sich einen großen Vorsprung. „Als das Tempo dann noch einmal erhöht wurde, musste auch Ricarda Bauernfeind reißen lassen. Hannah hat danach immer wieder versucht, mich an den Bergen abzuschütteln. Ich war letztlich aber stark genug, ihr Rad zu halten. Am Ende hatte ich dann wieder das glücklichere Ende für mich und habe den Sprint gewonnen.“

 

So ganz nebenbei erwähnte die zurückhaltende junge Frau, „ich habe heute auch noch das Sprinttrikot übernommen. Das ist schon cool.“


Tatjana Paller übernimmt Führung in der Bundesliga

Im vergangenen Jahr hatte die Europameisterin der U23 im Punktefahren die größten Erfolge auf der Bahn. In diesem Jahr spielt sie bislang in der Bundesliga eine bedeutende Rolle. Nach dem Sieg im ersten und Platz 2 im zweiten Rennen, fuhr sie in Karbach erneut auf den zweiten Platz.

 

Das Tempo war am Anfang recht entspannt. Das war für mich gut, da ich die Nacht davor erst spät zu Bett gekommen war. Zu Rennbeginn hatten sich einige Fahrerinnen vom Feld abgesetzt, die nicht zu den Favoritinnen gehörten. Irgendwann bekam unser Team dann die Order, das Rennen schnell und damit das Feld kleiner zu machen.“

Die Damen ließen sich nicht lange bitten und so zerfiel das Feld in viele Gruppen. „Mit Beginn der letzten Runde hatte ich noch Carolin Schiff und Carolin Dietmann an meiner Seite. Am letzten Berg konnten wir Dietmann dann stehen lassen.“

So gingen die beiden gemeinsam auf die letzten Meter. „Irgendwie habe ich es dann ein wenig vergeigt. Die letzte S-Kurve hat Carolin besser genommen und kam mit 20 Metern Vorsprung aus der Kurve. Damit war ihr Sieg nicht mehr zu verhindern.“ Dennoch hatte Tatjana ihren Moment auf der Bühne, als sie das Trikot der Führenden in der Frauen-Bundesliga überstreifen durfte.


Michel Heßmann mit großem Respekt vor der Konkurrenz

 

Ich hätte gewinnen können. Alle die das Rennen gesehen haben sagten, dass ich am stärksten aussah. Sie haben mich auch alle gefragt, warum ich nicht mal durchgezogen habe.“

 

Der Kurs in Karbach schien auf Michel Heßmann zugeschnitten. Er zog an den Anstiegen regelmäßig ein ordentliches Tempo hoch, wobei, „ich bin nie Anschlag gefahren und dennoch wurde das Feld immer kleiner.“ Zur Hälfte des Rennens bildete sich eine siebenköpfige Spitze um Heßmann. „Ich konnte an den Anstiegen immer wieder eine kleine Lücke reißen, bin dann aber nie durchgezogen, weil ich mir sicher war, dass ich nicht wegkommen würde. Der Respekt vor den Leistungen der Anderen ist schon groß.“ Am Ende lief es bei ihm wie bei Tatjana Paller. „Ich habe die letzte Kurve nicht hinbekommen und bin dann mit Rückstand auf die Zielgerade gekommen.“ Am Ende blieb der sechste Platz, der Respekt der Kollegen und das Wissen, bei der nächsten Chance das Risiko eingehen zu können.