Radsport-Meldungen vom RSV Unna

Von Europa- und Deutsche Meisterschaften

Radsport – Neben der Tour de France gibt es ja auch noch andere Radsportveranstaltungen. So wird z.B. zur Zeit die Strecke der Deutschland Tour getestet. Aber auch unsere Radsportlerinnen und Radsportler vom RSV Unna waren wieder fleißig unterwegs.

Die Erfolgsgeschichte setzt sich dabei erfreulicherweise fort.

Heßmann schliddert an EM Bronze vorbei

Was war das für ein Einstieg in die Europameisterschaften des Nachwuchses U19 und U23 im tschechischen Brno! Nachdem am Vortag die deutschen Vertreterinnen in den Klassen U19 und U23 jeweils Silber im Zeitfahren gewannen, begann die Stunde der Wahrheit für Michel Heßmann vom Rad-Team Stadtwerke Unna. Heßmann, der auf Grund seiner Ergebnisse in den Weltcups beim Bundestrainer gesetzt war, bestätigte das Vertrauen mit Platz 4.

 

Wir hatten uns die Strecke in Ruhe angesehen. Sie ist nicht so wirklich nach meinem Geschmack. Ein langer Anstieg und viele technische Teile sind da zu bewältigen. Aber, dass müssen ja nun alle fahren“, so Heßmanns Worte am Tag vor dem Start.

 

Auf dem 12 km langen Rundkurs, der zweimal zu bewältigen war, hieß es dann, bei hohen Temperaturen, seine persönliche Höchstleistung abzurufen. Heßmann startete langsam, verzichtete auf dem technischen Teil mit vielen Kurven auf großes Risiko. „Es lief überhaupt nicht, ich habe vielleicht auch ein wenig Angst gehabt vor dem langen Anstieg. Dazu waren die Straßen schon richtig schlecht.“ Mit Platz 11 bei der ersten Zwischenzeit war der Rückstand auf die Spitze schon nach wenigen Kilometern groß. Danach arbeitete er sich stetig weiter nach vorne. Der lange Anstieg war schon richtig schwer. Der Straßenbelag lies das Rad nicht rollen, dazu immer wieder diese schlecht ausgebesserten Schlaglöcher. Nach der Wende ging es dann endlich bergab. „Ich konnte dennoch kein Tempo aufnehmen und musste immer wieder mit dem Treten aussetzen. Die Beulen im Asphalt waren so groß und umfangreich, dass ich das Gefühl hatte, im Cross auf einer Wiese zu fahren.“ Zur Mitte des Rennens hatte sich Heßmann dann schon auf Patz 7 vorgekämpft. „Ich hatte vor mir einen Holländer, von dem ich wusste, dass er stark ist. Ich konnte sehen, dass ich immer näher ran kam – das hat mich noch einmal angespornt“ Am Ende blieben die Uhren für die 24 Kilometer bei 31:10 min stehen. „Ich bin schon super zufrieden“, strahlte Heßmann, als er das Endergebnis vor Augen hatte.

 

Straßenrennen mit Krämpfen beendet

Danach lief es dann nicht ganz so optimal … So ist Heßmanns Geschichte beim anschließenden Straßenrennen auch schnell erzählt. Es ging direkt nach dem Start durch schmale Gassen bergauf. Bereits nach wenigen Kilometern hatte sich eine 15-köpfige Spitzengruppe mit Heßmann gebildet. „Zur Rennhälfte der 120 km bekam ich plötzlich Krämpfe. Ich habe noch versucht im Feld zu bleiben aber es ging einfach nicht mehr. Es war so schlimm, dass ich stehen bleiben musste. Als es dann etwas besser wurde bin ich wieder aufs Rad gestiegen. Allerdings waren die Beine einfach leer, so dass ich dann in der Verpflegungszone ausgestiegen bin. Ich glaube, es war die beste Lösung.“


Kommen wir nun zu den Deutschen Meisterschaften in Dudenhofen:

Paller 2x Silber, und Becker mit dreimal Gold

Tatjana Paller war mit großen Hoffnungen zur Deutschen Bahnmeisterschaft nach Dudenhofen angereist. Team-Verfolgung, Scratch und das Punktefahren liegen ihr besonders. Hier wollte sie Medaillen sammeln, um ihre Position bei der Bundeswehr zu sichern.

Im Zeitfahren war es bei den Frauen ganz eng. Als Siebte hatte Paller den Finaleinzug gerade einmal um 0,8 sek. verpasst. Im Finale stand Charlotte Becker mit der ehemaligen Weltmeisterin im Zeitfahren, Lisa Brennauer, welche die Entscheidung für sich positiv gestalten konnte. Besser lief es dann für Paller im Madison, dem Zweier-Mannschaftsrennen. Mit einer Runde Vorsprung gewann sie mit ihrer Teampartnerin Michaela Ebert (Leipzig) die Silbermedaille.

In der Mannschaftsverfolgung setzte das D. Velop Cafe Team um Tatjana Paller voll auf die Titelverteidigung. Im Endlauf unterlag man dann aber deutlich Maxx Solar, mit denen sich Charlotte Becker die Goldmedaille sicherte. Paller, U23 Europameisterin, setzte dann alles auf das Punktefahren. Trotz eines Rundengewinnes landete sie am Ende auf dem undankbaren 4. Platz. Mit zwei Rundengewinnen gewann Becker souverän den Titel. Ihren dritten Titel sicherte sich Becker dann ungefährdet im Scratch.

 

Tatjana Paller:

Die Saison hat auf der Straße richtig gut angefangen. Da bin ich als Führende der Bundesliga sehr zufrieden. Auf der Bahn war das jetzt ein bitterer Rückschlag, den ich erst einmal verdauen muss.“

 

Charlotte Becker:

Ich hatte mir im Punktefahren schon einiges vorgenommen. Als ich nach der zweiten Wertung gemerkt habe, dass ich einen großen Vorsprung hatte, bin ich durchgefahren. Mit zwei Runden Vorsprung war mein Gesamtsieg mir bereits 20 Runden vor Schluss schon nicht mehr zu nehmen. Im Scratch haben sich dann einige auf mein Hinterrad konzentriert. Die „Schatten“ hatten wohl damit gerechnet, dass ich attackiere. Habe ich nicht, bin dann aber zwei Runden vor Schluss angetreten und keiner kam mehr vorbei. Es war echt cool und fühlt sich gut an. Die Form stimmt.“


Justin Wolf scheitert knapp an Bronze

 

Ich habe mich bei der Anreise nicht gut gefühlt. Die Beine waren schwer und ich hatte einen leichten Husten. Am Renntag ging es dann aber schon, so dass ich mit meiner Qualifikation in der Einerverfolgung sehr zufrieden war.“

Die offene Bahn in Dudenhausen lässt keine Traumzeiten erwarten. Zu groß ist der Wettereinfluss hier im Ausdauerbereich. Langsam, eigentlich zu langsam, startete Justin in der Qualifikation. „Da habe ich in der ersten Runde wohl eine Sekunde liegen gelassen. Danach bin ich dann in der zweiten Runde sehr schnell, zu schnell, gefahren. Am Ende war ich mit Platz drei äußerst zufrieden.“

Den Lauf im kleinen Finale ließen sich die Trainingskollegen live via Instagram übermitteln. „Am Anfang sah alles gut aus. Kontrollierte und gleichmäßige Zeiten auf den ersten 1000m“, so Frank Schemmer.

Ich konnte nicht mehr zulegen und habe gemerkt, dass es mir sehr schwer viel. Dann spielte der Kopf nicht mit und ich musste die Bronzemedaille Schomber überlassen“, so ein enttäuschter Justin Wolf nach dem Finale. „Ich hatte zwischen den beiden Läufen ein unglückliches Gespräch mit dem Bundestrainer. Das hat schon ganz schön an meinen Nerven gezerrt. Das hat am Ende dann wohl den Ausschlag gegeben.“


Lucas Liß gewinnt Mannschafts-Gold

 

Lucas Liß gewann mit der Heizomat-rad-net Mannschaft überlegen die Goldmedaille in der Mannschaftsverfolgung. Nachdem sie bereits den Vorlauf mit zwei Sekunden Vorsprung gewannen konnten sie im Finallauf den Landesverband Brandenburg deutlich mit über einer Sekunde distanzieren!