Sommertour führt Kreispolitiker zum Heimatverein Werne e.V. in das Stadtmuseum

CDU-Kreistagsfraktion Unna besucht Heimatvereine im Kreis Unna

Werne/Kreis Unna - Ziel der alljährlichen Sommertour der CDU-Kreistagsfraktion Unna sind in diesem Jahr die Museums- und Heimatvereine im Kreis Unna. „Nicht trotz, sondern gerade wegen der fortschreitenden Globalisierung hat der Begriff Heimat eine Renaissance erlebt. Die Menschen sind weltweit digital vernetzt, gleichzeitig wächst in ihnen das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Orientierung“, erklärt Wilhelm Jasperneite, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag des Kreises Unna. Es liege daher nahe, dass die CDU-Kreistagsfraktion im Rahmen der Sommertour 2018 die hiesigen Heimatmuseen und historischen Vereine besucht, um sich über deren Arbeit zu informieren.

Die Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion wurden im Karl-Pollender-Museum der Stadt Werne vom Vorsitzenden des Heimatvereins Werne e.V. und Altbürgermeister, Wilhelm Lülf, seinem Stellvertreter Joseph Funhoff und Vorstandsmitglied Benno Jäger in der Heimatstube begrüßt.

Als Vertreter der örtlichen Christdemokraten nahmen CDU-Ratsfrau und stellvertretende Bürgermeisterin Gudrun Holtrup und der Vorsitzende der Jungen Union, Christian Lang, am Besuchstermin teil.

 

Wilhelm Lülf stellt die Geschichte des 323 Mitglieder zählenden Heimatvereins Werne vor. Die Gründung des Vereins wird auf das Jahr 1925 datiert. „Aufgrund der gewachsenen Strukturen und unserer Zugehörigkeit zum Altkreis Lüdinghausen orientieren wir uns traditionell in Richtung Coesfeld und Herbern“, erklärt Lülf. Kontakte in den Südkreis Unna seien auf administrativer Ebene selbstverständlich gegeben. „Aber die natürliche Mentalitätsgrenze ist und bleibt die Lippe“, stellt der Altbürgermeister fest.

 

Joseph Funhoff stellt sodann die Arbeitsschwerpunkte des Heimatvereins dar. Diese sind: Brauchtumspflege und Unterstützung der Arbeit des Stadtmuseums, die Organisation und Durchführung von plattdeutschen Abenden sowie der in unregelmäßigen Zeitabständen stattfindenden Schnadegänge und die Teilnahme an der traditionellen Stadtprozession, die an die Verschonung Wernes durch das Söldnerheer des Christian von Braunschweig im 30 jährigen Krieg erinnert.

Darüber hinaus werden vom Heimatverein Schriften zur Heimatgeschichte erstellt und herausgegeben. „Wir stellen dar, wie sich Weltgeschichte auf die Stadt Werne und seine Bewohner ausgewirkt hat. Das ist höchstinteressant“, berichtet Funhoff. Die Veröffentlichungen konzentrierten sich auf die Zeit zwischen 1803 und 1955 – Napoleon, Preußen, Kaiserreich, Weimarer Republik, Drittes Reich bis hin zum Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg. 


Im Anschluss an das Gespräch mit dem Vorstand des Heimatvereins Werne führte die Leiterin des Stadtmuseums, Dr. Constanze Döhrer, die Kreispolitiker durch die stadtgeschichtliche Dauerausstellung. Das kulturhistorische Karl-Pollender-Museum im Alten Amtshaus am Kirchhof 13 beherbergt die Geschichte der Stadt Werne von den ersten steinzeitlichen Siedlern an der Lippe bis in die Neuzeit. „Unsere ältesten Quellen gehen zurück bis in das 9. Jahrhundert. Werne wird erstmalig im Jahr 834 n. Chr. schriftlich erwähnt“, erläutert Dr. Döhrer.

 

Die Dauerausstellung zur Stadtgeschichte wird von Dr. Constanze Döhrer und ihrem Team in den nächsten Jahren unter wissenschaftlichen als auch museumspädagogischen Gesichtspunkten auf den neusten Stand gebracht. „Das ist eine stetiger Prozess, der niemals zu einem Ende kommt“, so Döhrer. Es sei von großer Wichtigkeit Geschichte – auch und gerade den Mikrokosmus Stadtgeschichte - lebendig zu halten. „Um Zukunft verantwortungsvoll gestalten zu können, müssen die Menschen um die Geschichte und um ihre Wurzel wissen. Der Erhalt und die Vermittlung dieses Wissens sind unsere Aufgabe“, erklärt Döhrer.

 

Am Ende des Besuches übergab Wilhelm Jasperneite an die Mitglieder des Historischen Vereins Unna e.V. eine Übersicht über die Förderprogramme, die Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) jüngst aufgelegt hat. Zur unbürokratischen Finanzierung von kleineren Projekten kommt insbesondere der Heimat-Scheck in Betracht. Der Heimat-Scheck in Höhe von 2.000 Euro kann ohne Umwege von Heimatmuseen oder Heimatvereinen direkt beim Land NRW beantragt werden. „Gleichzeitig werden wir als CDU im Kreistag die Initiative ergreifen und den Landrat beauftragen, auszuloten, welche Förderprogramme der Landesregierung durch den Kreis Unna in Anspruch genommen werden können, um die Heimatvereine weiter zu stärken“, kündigt Wilhelm Jasperneite an.