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Heute vor 75 Jahren: Die Bombardierung der Möhnetalsperre

Die Möhnetalsperre - Foto: Thorsten Drees

Möhne/Sorpe/Eder – In der Nacht zum 17. Mai 1943 sorgten britischen Lancaster-Bomber dafür, dass große Teile des Ruhrgebiets geflutet wurden. Das ist genau 75 Jahre her.

Zugegeben – Gegen die Bombardierungen in Hamburg, Dresden, Köln usw. kommt dieser „Zwischenfall“ vielleicht nicht ganz an … aber auch nur, weil „wir“ so gerade noch mit einem blauen Auge davon gekommen sind. Auch wenn die "Operation Chastise"(auf deutsch: Operation Züchtigung) in England eine echte Legende ist, wurde die Operation zwar durchgeführt – allerdings nicht komplett erfolgreich!

 

Es sollten wesentlich mehr Ziele vernichtet und zerstört werden, wie u.a. die drei Talsperren von Möhne, Sorpe und Eder – sowie diversen Kraftwerke und Fabrikhallen. Die Opferzahl von über 1500 Menschen ist dennoch hoch genug – und der Schaden auch … 

Aber was ist genau passiert?

Die Möhnetalsperre nach dem Angriff - Foto: Ruhrverband
Die Möhnetalsperre nach dem Angriff - Foto: Ruhrverband

Die britische Luftwaffe hatte den Plan, die Talsperren zu brechen, und damit das Ruhrgebiet zu fluten. Es ging darum, Ziele für die Strom- und Wasserversorgung der deutschen Rüstungsindustrie auszuschalten. Monatelang hatte man die streng geheime Operation Chastise organisiert und trainiert.

 

Habt ihr am See, oder am Meer schon mal Steine über das Wasser gechipt? Genau so sollten die bouncing Bombs (hüpfende Bomben) die Sperrmauern treffen, gut zehn Meter absinken – und dann explodieren.

Eine alte Fußballer-Regel besagt: Engländer können keine Elfmeter – STIMMT! Sie brauchten nämlich mehrere Versuche, die Mauer zu treffen. Aber es ist ihnen dann letztendlich doch gelungen … und wemsten eine 70 - 100 Meter breite Lücke in die Staumauer der Möhnetalsperre .....

 

Weitere Informationen zur Möhnetalsperre und zur Bombardierung am 17. Mai 1943 gibt es auf der Homepage www.reisefuehrer-moehnesee.de


Gedenkstätte für die Opfer der Möhneseekatastrophe - Foto: Thorsten Drees

Das ist jetzt exakt 75 Jahre her. Wir vom Zippelmütz-Magazin gedenken den Opfern, die in dieser Nacht kaum eine Überlebenschance hatten.

Traurigerweise findet dieser Gedenktag in der medialen Welt kaum Beachtung. Ok – die Engländer feiern diesen legendären Tag natürlich. Aber das Thema wird dort zur Zeit von irgendeiner Hochzeit verdrängt … Harry & Sally oder so … ;)

Aber hier? Hier feiert man den internationalen Tag gegen Homophobie … Ramadan … Relegation ….

Äh Hallo? Geht´s noch? Na ja, ist dann wohl doch zu unwichtig … oder zu wenig Schaden^^

Währenddessen beklagt man sich hierzulande ernsthaft darüber, dass „Gastarbeiter“ sich mit „ihrem“ Präsidenten ablichten lassen. Den Begriff habe ich absichtlich gewählt, weil die beiden Nationalspieler ja momentan vielfach so bezeichnet werden, und dummerweise sind die meisten Opfer der Möhnetal-Katastrophe Zwangsarbeiterinnen aus Polen – also auch „Gastarbeiterinnen“ …

 

Wie auch immer – In den Zeitungen von damals sprach man von „Verstorbenen, die einem tragischen Geschick zum Opfer gefallen sind.

Der Angriff habe viele Leben gekostet und teils erhebliche Schäden hinterlassen … aber das Ruhrtal zeigte nach dem Angriff der Briten auch unbeugsamen Widerstandswillen.

+++Zwei Jahre später war Nazideutschland übrigens geschlagen … Aber DAS nur fürs Protokoll^^+++

 

Klingt alles nicht so dolle – aber immerhin haben „wir“ drüber gesprochen^^

 

Vielleicht ist es langsam mal an der Zeit, solchen Tagen des Gedenkens auch mal mehr Beachtung zu schenken … Denn solche Ereignisse sind genau so wichtig wie z.B. die Kristallnacht oder das Finale ´45 in Berlin!