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Fischbrötchentour – sind 500 km in 24 Stunden genug?

Ein Bericht von Dirk Pohl

Stefan Rühl und Dirk Pohl auf Fischbrötchentour - Foto: RSC Werne
Stefan Rühl und Dirk Pohl auf Fischbrötchentour - Foto: RSC Werne

Werne/Hooksiel - Schon seit ein paar Monaten gab es unter den Touristikern des RSC Werne die Idee einer Fischbrötchentour, also einer Fahrt zur Nordsee und zurück – und das an EINEM TAG. Mit seinen Nachfragen und Vorschlägen sorgte Stefan Rühl dafür, daß die Idee nicht in Vergessenheit geriet. Am Freitag, den 07.08.2020 war es soweit. Gegen 19:30 Uhr ging es mit zwei Teilnehmern los. Stefan Rühl und Dirk Pohl starteten bei bestem Wetter. Geplant war, die knapp 500 km von Werne nach Hooksiel und zurück mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h in einer reinen Fahrtzeit von 20 Stunden zu absolvieren. Dazu 4 Stunden Pause. Für Samstagabend gegen 19:30 Uhr war die Rückkehr geplant. Der Track führte über Münster und Greven nach Ibbenbüren, weiter über Löningen, Friesoythe, Bad Zwischenahn, Zetel und Wilhelmshaven nach Hooksiel. Und retour. Von Anfang an ging es flott voran. Bei Einbruch der Nacht erreichten die Radler den Teuto. Zwei moderate Anstiege, dann waren sie auf der niedersächsischen Seite. Von da an führte der Weg über einsame Straßen und durch stille Dörfer Richtung Nordsee. Flache, lange Geraden, kaum Autos auf den Straßen. Die beiden Radsportler machten gut Kilometer. Gegen 4:30 Uhr wurde es langsam hell. Bis dahin hatte es sich auf frische 13 Grad abgekühlt. Stefan und Dirk kamen in Hooksiel um etwa 6:15 Uhr an. Für fast 11 Stunden im Sattel war die körperliche Verfassung erstaunlich gut. Die beiden hatten aber auch darauf geachtet, im Grundlagenbereich zu bleiben und sich in der Führungsarbeit abzuwechseln.


Foto: Dirk Pohl - RSC Werne
Foto: Dirk Pohl - RSC Werne

Nach einem ausgiebigen Frühstück (ohne Fischbrötchen) in der Nähe des Alten Hafens von Hooksiel machten sie sich auf die Rückfahrt. Bei zunehmendem Auto- und LKW-Verkehr benutzten die beiden meistens Radwege. Dort war das Fahren anstrengender als auf der Straße. Zwar waren die Radwege über weite Strecken in einem guten Zustand, es gab aber zwischendurch auch Abschnitte, wo man ziemlich durchgerüttelt wurde. Andere Radfahrer, kurvige Streckenführung und das Beachten von Vorfahrtsregeln an Kreuzungen und Kreisverkehren ließen kein gleichmäßiges Tempo zu. Kein Vergleich zur Hinfahrt! Zur Belastung wurde auch die hochsommerliche Hitze. War die Temperatur in der Nacht noch angenehm, wurde es jetzt sehr warm. Spätestens nach 50 km waren die Trinkflaschen leer. An Tankstellen, Bäckereien und Cafes wurde wieder aufgefüllt. Und gegessen. Trotz Schmalzstullen, Riegeln und Gels waren die Energiespeicher aufgebraucht. Hinzu kam die Erschöpfung. So weit und so lange waren weder Stefan noch Dirk zuvor gefahren. Nach 400 km in den Beinen schien es auch so, als sei der Weg über den Teuto von Niedersachsen aus steiler und länger geworden. Nach dem Teuto waren es „nur noch“ etwa 100 km. So verschieben sich die Maßstäbe. Über Greven, Münster und einem Spaghettieis erreichten die RSCler um kurz nach 20.00 Uhr Werne. Am Ende kam ein Schnitt von 26,0 km/h bei 503,96 km, 1.107 Höhenmetern und einer reinen Fahrtzeit von 19 Stunden und 21 Minuten heraus. Die Pausen eingerechnet hatten sie die 24 Stunden-Marke um 29 Minuten überschritten.

Das Fazit: Distanz und Streckenprofil einer Fischbrötchentour sind ideal, um die Grenze der Belastbarkeit auszuloten. Länger, profilierter und weiter hätte es nicht sein dürfen.

Und wir sagen: RESPEKT!