Backen

Advents- und Weihnachtszeit ohne Backen gildet nicht! Es gibt so viele gebackene Köstlichkeiten – angefangen bei Lebkuchen über Christstollen bis hin zu Spekulatius und was es sonst noch so Tolles an Plätzchen gibt. Wer selber gut backen kann wird über kurz oder lang erkennen, dass es viel günstiger ist, als alles fertig im Supermarkt zu kaufen. Mal ganz davon ab, dass backen richtig viel Spaß macht und einen bei all den Düften (und Naschen) mal so richtig in Weihnachtsstimmung pfeffert.

Balthasar

Balthasar war einer der heiligen drei Könige. Frei nach dem Motto „Sie hüllten sich in seltsame Gewänder und irrten planlos umher“ folgten sie dem Stern nach Bethlehem …

Es handelt sich ja um die drei Weisen aus dem Morgenland – das bedeutet soviel wie Sterndeuter, Magier und Philosophen.

Die drei Könige kamen quasi in drei Generationen zur Krippe um Jesus zu besuchen und zu beschenken. Der Erzählung nach war Balthasar der Älteste und vertrat Asien, da die Welt damals nur aus drei Weltteilen bestand. Die heiligen drei Könige brachten bekannterweise Geschenke mit. Im Laufe der Zeit wurden die Mitbringsel verschieden gedeutet. Man einigte sich dann auf Gold, Weihrauch und Myrrhe. Vermutlich waren da auch die ein oder anderen bewusstseinserweiternde Substanzen mit am Start … Wie auch immer – Balthasar brachte Weihrauch als „ergebungsvolles Opfer“ mit. Das Zeug hat eine beruhigende und stimmungsaufhellende Wirkung. Es hilft gegen Depressionen und hat eine entspannende hirnleistungssteigernde Wirkung auf die Psyche. Das ist wohl auch der Grund, warum Balthi oft ziemlich gechillt dargestellt wird.

Barbaratag

Der Barbara-Tag wird jedes Jahr am 4. Dezember gefeiert. Er ist ein Gedenktag zu Ehren der heiligen Barbara. Der Legende nach lebte sie als Märtyrerin im 3. Jahrhundert. Unsere Babsi ist Schutzpatronin für Bergleute, Feuerwehrleute, Artilleristen, Architekten, Glöckner und … Sterbende. Sie wird oft mit Bergbauwerkzeugen dargestellt, weil dieses Schutzpatronat wohl am bekanntesten ist. Ist allerdings nicht ganz so richtig. Es geht nicht um die Leute im Bergbau, sondern beruft sich auf die Legende, dass sie sich auf der Flucht vor ihrem Vater in einem Felsspalt versteckt hat und von Bergleuten (Leute, die in den Bergen gelebt haben) gefunden wurde.

Dennoch ist es Brauch, Barbaralichter unter Tage zu entzünden. Ebenso ist es hier und da Brauch, dass Bergleute in ihren traditionellen Uniformen durch die Straßen ziehen. Die bekannteste Tradition sind allerdings die Barbarazweige. Am 4. Dezember werden Zweige von Kirschbäumen, aber auch Apfel-, Birnen- oder Pflaumenbäume abgeschnitten und in Wasser gestellt. Die Legende besagt, dass Barbara auf dem Weg ins Gefängnis mit ihrem Gewand an einem Zweig hängen blieb, und diesen mitnahm. Dieser Zweig blühte nach an ihrem Todestag auf. Blühen die Zweige bis zum Weihnachtsabend auf, soll dies Glück und Segen für das kommende Jahr bringen.

Basteln

Weihnachtliches Basteln und Werken gehört zur Adventszeit einfach dazu! Oft auch schon Wochen oder Monate vorher. Es ist jetzt egal, ob man neue Dinge wie z.B. Strohsterne bastelt, Kerzen gießt oder sonst was neu erschafft. Ich z.B verbringe auch gern Zeit damit, alte Weihnachtsdekorationen zu reparieren oder aufzufrischen. Es ist auch eine Art der Meditation, wenn man am Basteltisch sitzt und im Kerzenschein das Räuchermännchen vor sich her qualmt. Da wird gezeichnet, geschnitten, geklebt … während man sich mit Weihnachtsmusik berieseln lässt. Die Vorbereitungen laufen übrigens das ganze Jahr. Denn alles auf einen Schlag neu kaufen … das geht ins Geld! Darum kann man lieber das ganze Jahr über sammeln und dann verarbeiten, wenn es soweit ist – und zwar zur Weihnachtszeit.

Bazar

Ein adventlicher Basar ist mittlerweile der kleine Bruder vom Weihnachtsmarkt. Oft findet man Bazare in Kindergärten, Schulen oder Vereinen.

Dabei waren Basare früher richtig große Märkte. Diese Märkte sind tief in der europäischen Kultur verwurzelt und haben eine lange Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht. In den heutigen Advents-Basaren findet man in der Regel weihnachtliche Dekorationen in allen Variationen. Dazu gehört natürlich auch das Kunsthandwerk. Da findet man Holzarbeiten, Schmuck, Textilien, Keramik, und vieles mehr.

Advents-Basare ohne kulinarische Köstlichkeiten gibt es nicht! Das fängt bei selbstgebackenen Waffeln an und geht über Bratwurst vom Rost bis hin zu den typischen Getränken wie Glühwein, heiße Schokolade oder Punsch.

Oft wird dann auch ein gewisses Programm mit Musik und kleinen Theaterstücken geboten. Manchmal auch ein Flohmarkt … teilweise mit Geschenken vom letzten Jahr^^ Wie auch immer … ein Besuch auf einem adventlichen Basar ist ein schöner Zeitvertreib an einem Adventssonntag.

Bescherung

Die Bescherung ist oft mit der größten Lüge vor Weihnachten verknüpft! "Wir schenken uns dieses Jahr nichts." Wer kennt es nicht^^

Die Bescherung an sich hat seinen Ursprung bei den heiligen drei Königen. Sie beschenkten klein Jesus mit Gold, Weihrauch und Myrrhe. Das hat sich dann über die Jahrhunderte aber erst einmal zerrüttelt und kam später mit dem heiligen Nikolaus wieder in Mode. So gab es bis zur Reformation 1517 am 6. Dezember Geschenke. Das hat sich dann aber geändert und das Christkind war dafür zuständig.

Überhaupt war das mit Weihnachten ja so ein Ding. Das genaue Datum der Geburt Jesu ist in der Bibel nicht überliefert. Also hat man es quasi ausgewürfelt^^

336 n.CHr. Hat man dann das erste mal an einem 25. Dezember gefeiert. Papst Liberius fand das so gut, dass er sich das 354 n.Chr. In seinen Kalender markiert hat. Und im 4. Jahrhundert setzte Kaiser Theodosius den 25. Dezember als Feier der Geburt Jesu fest. 

Allerdings muss man ja dazu sagen, das der 25. Dezember eher in Verbindung mit der Wintersonnenwende steht. Ist eigentlich also (wie so Vieles) ne heidnische Kiste.

In Deutschland, Österreich, der Schweiz und vielen osteuropäischen Ländern wollte man aber nicht so lange warten. Daher findet die Bescherung dort traditionell „schon“ am Abend des 24. Dezembers statt.

In Ländern wie USA, Großbritannien, Kanada und Skandinavien ist es üblich, die Geschenke am Morgen des 25. Dezembers zu öffnen.

Ja aber wer bringt denn nun die Geschenke??? Christkind oder Weihnachtsmann stehen da zur Auswahl. Je nachdem wie religiös oder einfach konsumgeil die Familie ist ...

Die Bescherung hat sich ja zu einer sehr kostspieligen Materialschlacht entwickelt. Und wenn alle Stricke reißen, muss letztlich der Gutschein herhalten.. Aber egal ob nun teuer oder nicht … Bescherung ist wenn das Glöckchen bimmelt! Erst dann darf man in die Weihnachtsstube mit dem Tannenbaum und den Geschenken drunter. 

Besinnlichkeit

Also gefühlt ist die Besinnlichkeit ja das absolute Gegenteil von der stressigen Bescherung^^ Dieses wohlige Gefühl hat sich zwar spätestens an Heiligabend pünktlich einzustellen, aber das klappt ja nicht immer so ganz.

Daher nimmt man sich das mit der Besinnlichkeit besser direkt ab dem 1. Advent vor. Im Süddeutschem Raum heißt es ja nicht umsonst "stade Zeit" (stille Zeit). Man genießt die Ruhe, kommt zur Besinnung und genießt. Da geht es dann um das Innehalten und das gemeinsamen Erleben traditioneller Bräuche. Einfach mal runterkommen vom meist oft hektischen Vorweihnachtstrubel, der sich vom Arbeitsplatz bis hin zum täglichen Einkauf streckt. Also macht es wie ich und genießt die Zeit der Besinnlichkeit.

Betlehem

Betlehem spielt eine zentrale und unverzichtbare Rolle in der Weihnachtsgeschichte.

Der Bibel nach ist die Stadt der Geburtsort von Jesus Christus. Das macht Bethlehem zu DEM Mittelpunkt eines jeden Krippenspiels und ist einer der heiligsten Orte des Christentums. Das spürt man auch alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit. Unzählige Pilger und Touristen besuchen die Geburtskirche und die Geburtsgrotte Jesu. Besonders für die streng gläubigen Christen ist das ein ganz besonderer Anziehungspunkt.

Wer es nun nicht dorthin schafft – auch kein Problem. Jedes Jahr wird in der Geburtsgrotte das Friedenslicht entzündet und in viele Länder auf der ganzen Welt hinausgetragen. Das Friedenslicht ist ein Symbol für Frieden und Hoffnung – besonders zur Weihnachtszeit.

Viel mit Frieden ist da in der Region aber nicht. Da geht es ja eigentlich immer irgendwie hin und her. Aber in den letzten Jahren waren die Feste eigentlich immer von einer gedrückten Stimmung, geringeren Touristenzahlen und vereinfachten Zeremonien geprägt, um der Trauer und den Nöten der Bevölkerung Rechnung zu tragen. Dennoch bleibt Bethlehem ein Ort der Hoffnung und des Gebets für Frieden. Zumindest in den vielen vielen Liedern, in denen Bethlehem besungen wird.

Bethmännchen

Bethmännchen sind ein traditionelles – äußerst deliziöses deutsches Marzipangebäck, das ursprünglich aus Frankfurt am Main stammt. Sie sind besonders in der Weihnachtszeit beliebt, aber oft auch das ganze Jahr über erhältlich ….

Die Bethmännchen bestehen aus einer Masse mit Marzipan, Puderzucker und Eiweiß. Zumindest die „Echten“. Es gibt natürlich auch günstigere Varianten mit einer Marzipan-Ersatzmasse (Persipan).

Eigentlich gehören vier Mandelhälften drauf … aber kommt, ich erzähl euch mal eben die Hintergrundgeschichte:

Der französische Konditor Jean Jacques Gautenier hat 1838 diese Köstlichkeit für Moritz von Bethmann – einem Bankier - entwickelt. Wie gesagt, waren zunächst vier Mandelhälften da drauf. Für jeden Sohn vom Bethmann eine Mandelhälfte. 1845 starb allerdings ein Sohn und die Bethmännchen hatten von da an nur noch drei Mandelhälften. Ob das jetzt allerdings alles so stimmt, ist fraglich … Der Bankier Simon Moritz von Bethmann starb nämlich schon 1826, was einen Auftrag im Jahre 1838 etwas schwierig gestalten könnte. Aber irgendwie ist es eine nette Geschichte zum Bethmännchen.

Black Friday

Angebote, Konsum und das Geld zum Fenster rauswerfen … das ist der Black Friday.

Das Ganze kommt aus den USA und ist natürlich zu uns nach Deutschland rüber geschwappt. Dabei ist das hier mit dem Original gar nicht zu vergleichen. Der Black Friday findet traditionell nach dem vierten Donnerstag im November statt. Denn dann ist in den USA Thanksgivingday. Das wird dort so richtig gefeiert. Oft kommt die ganze Familie zusammen, feiert mit einem grandiosen Truthahn-Essen … und am Freitag geht es dann gemeinsam zum großen Geschenke kaufen in die gigantischen Einkaufszentren. Denn der Black Friday ist dort der Startschuss für die Weihnachtszeit in den USA. Dagegen ist der Black Friday bei uns nur eine lächerliche Kopie und unnötiger Konsum-Mist. Zwar gibt es den vorweihnachtlichen Einkaufswahn auch hier, aber ist dann doch ne ganz andere Liga. Der Black Friday in den USA ist ChampionsLeague … und bei uns eher Kreisklasse ….

Blasmusik

Klingt vielleicht komisch, aber Blasmusik gehört für mich einfach zum Advent dazu. Das fängt ja schon zu St. Martin an. Ein Laternenumzug ohne ein paar Blechblasinstrumente gildet einfach nicht! Weiter geht es dann in vielen Orten an jedem Adventssonntag mit dem sogenannten „Turmblasen“. Da stehen dann ein paar Musiker mit ihren Instrumenten und tröten vom Kirchturm herab. Zur Auswahl gehört dann meist Posaune, Trompete und auch die Tuba. Waldhörner können auch was. Im alpenländischen Raum greift man auch gern zum Alphorn. In dem Fall würde ich das Turmblasen aber lassen, weil die Treppengänge zum Turm hoch oft etwas eng sind für die langen Teile … Ich sach nur^^

Also Blasmusik im Advent ist für mich eine schöne Tradition … aber ich mag es ja auch sonst – Bei Umzügen zum Karneval oder beim Schützenfest usw.

Blockflöte

Mit der Blockflöte ist das so eine Sache …

Wenn man es denn kann, mag ich das auch zwischendurch ganz gerne. Wie gesagt, wenn man es denn kann …

Früher war das ja so, dass die Kinder vor der Bescherung erst ein Gedicht aufsagen sollten oder dazu gezwungen wurde, die bucklige Verwandtschaft mit gruseligem Geflöte zu quälen. Oft war es aber auch nur Taktik! Denn je fürchterlicher man geflötet hat, umso schneller ging es an die Geschenke unter dem Tannenbaum.

Allerdings muss man dann vorher auch ein bisken üben … ich sach nur.

Auch wenn die Blockflöte ein recht einfaches Instrument ist, gehört da ein wenig Übung dazu. Da reicht es nicht, zum ersten Advent damit anzufangen. Na ja … und dann is da noch die Sache mit dem Zwang^^ Bitte quält eure Kinder nicht dazu, Flöte zu spielen, wenn sie es nicht wollen. Das ist nämlich weder für die Kinder … noch für eure Ohren gut …. 

Bratapfel

Der Bratapfel ist ein klassisches deutsches Dessert, das besonders in den Herbst- und Wintermonaten sowie zur Weihnachtszeit sehr beliebt ist. Es ist ein einfaches, aber köstliches süßes Gericht aus im Ofen gebackenen Äpfeln.

Für einen gescheiten Bratapfel nimmt man so Apfelsorten wie Boskoop, Elstar oder Honeycrisp. Also fest und etwas säuerlich darf es sein – denn sauer macht ja bekanntlich lustig. Der Apfel wird entkernt und bekommt eine süße Füllung. Dafür gibt es verschiedene Varianten. Von Marzipan über in Rum eingelegte Rosinen, gehackte Nüsse in der Kombination mit Zucker und weihnachtlichen Gewürzen ist das natürlich schon ein Träumchen. Mit einem Klecks Butter und Zucker kann man ein herrliches Karamell-Häubchen kredenzen.

Der Bratapfel wird dann gebacken, bis er schön zart ist und warm serviert. Jetzt kann man noch Puderzucker drüber streuen, oder ein – zwei Kugeln Vanille-Eis dazu geben, oder nen Löffel Schlagsahne … Aber die Krönung für mich ist eine herrliche Vanillesoße. Damit ist der Bratapfel ein super weihnachtlicher Hochgenuss.

Der Bratapfel ist allein schon deshalb so ein megageiles Teil, weil es sich jeder im Prinzip leisten kann – und das seit Jahrhunderten. Apfelbäume gibt es ja eigentlich schon immer. Ob nun wild oder im eigenen Garten … überall gibt es Äpfel. Und dann ist da ja noch der Punkt, dass man Äpfel den ganzen Winter über lagern kann … also sofern man sie nicht vorher auffuttert^^ Das macht den Bratapfel zu einem der günstigsten Speisen im Advent und den kälteren Monaten. Es gibt übrigens sogar ein Gedicht, dass im Advent gern mal vorgetragen wird. Es heißt: „Der Bratapfel“

Bûche de Noël

Die "Bûche de Noël" ist ein traditioneller französischer Weihnachtskuchen, der wie ein Baumstamm geformt und dekoriert wird. Er ist ein fester Bestandteil der französischen Weihnachtstafel und hat eine interessante Geschichte.

Es handelt sich dabei um eine einfache Biskuitroulade mit einer Schoko- oder Mokka-Buttercreme gefüllt ist. Die Außenhülle ist ebenso mit der Buttercreme bestrichen und wird so bearbeitet, dass es wie ein Baumstamm aussieht. Zum Schluss wird der Kuchen mit Puderzucker und/oder mit Pilzen und Blättern aus Marzipan oder Baiser verziert.

Die Tradition der Bûche de Noël geht auf alte keltische Rituale zurück, bei denen zur Wintersonnenwende ein Holzscheit (Yule Log) verbrannt wurde. Dieses Ritual war ein wichtiger Bestandteil der Feierlichkeiten und sollte Glück für das kommende Jahr bringen.

Irgendwann verschwand diese Tradition ein wenig, da im 19. Jahrhundert große offene Kamine und Feuerstellen in den Häusern aus der Mode kamen. Mittlerweile erlebt das Verbrennen des Holzscheites aber seine Renaissance … wenn auch etwas anders, im Garten oder auf größeren Plätzen.

Aber man wollte in der Zwischenzeit auf die Bûche de Noël nicht verzichten.

Französische Konditoren hatten die Idee, das Holzscheit in Form eines Kuchens nachzubilden. So entstand dann die essbare Bûche de Noël, die schnell zu einem beliebten Weihnachtsdessert wurde und die ursprüngliche Tradition auf süße Weise fortsetzte. Nach dem Zweiten Weltkrieg verbreitete sich diese Tradition in ganz Frankreich und darüber hinaus. In den 90gern erreichte mich ein Rezept und ich war direkt begeistert. Das Teil ist nicht nur ein Gaumenschmaus, sondern auch ein Kunstwerk, das die festliche Atmosphäre der Weihnachtszeit perfekt ergänzt.


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