Ende der Weihnachtszeit

Wir beginnen den Buchstaben „E“ vorerst mit dem Ende … dem Ende der Weihnachtszeit.

Das Ende der Weihnachtszeit ist je nach Tradition und Konfession unterschiedlich. Denn in einigen Haushalten ist die Religion völlig Hupe.

Die katholische Kirche beendet den Zirkus spätestens mit dem Sonntag nach dem Dreikönigstag. Das nennt man auch das Fest der Taufe des Herrn.

Die evangelische Kirche zieht das Ganze noch etwas in die Länge – nämlich bis zum 2. Februar, wenn Mariä Lichtmess ist. Das war früher übrigens bei beiden Vereinen so üblich. An diesem Tag wurden traditionell auch die Weihnachtsbäume aus Kirchen und Häusern entfernt. Hier und da hält man auch noch heute an diesem Brauch fest.

ABER … spätestens seit der Werbung eines schwedischen Möbelhauses, kennen wir „Knut“! Knut ist der 20. Tag der Weihnachtszeit und wird in Schweden, Norwegen und Finnland am 13. Januar gefeiert.

Bei uns Zippelmützen isses eigentlich so, dass ab dem Dreikönigstag Feierabend mit Weihnachten ist. Es dauert schließlich schon mal ne Woche, bis der ganze Dekokram verschwunden ist^^

Aber egal, wann jetzt jeder für sich Weihnachten beendet … Ich finde es schon wichtig, dass man da ne gewisse Tradition hat. Wer Weihnachten nun gar nicht mag, ist da ja fein raus. Aber wer so ein Weihnachtsgnom ist, wie ich … der braucht davon auch mal so 2 – 3 Monate ne Auszeit. 

Engel

Ich sag mal so: Ohne Engel wäre Weihnachten, wie wir es kennen, kaum vorstellbar. Klar, Christkind und Weihnachtsmann gehören wie die drei Könige ebenso zum ganzen Ensemble, aber Engel sind schon wichtig. Engel sind in meinen Augen ja irgendwie wie Geister, wie z.B. bei „Scrooge – Die Weihnachtsgeschichte“. Also quasi, „Die Geister, die ich rief“.

Daher finde ich es schon recht seltsam, dass Engel oft kindlich dargestellt werden. Oft als musizierende Kinder dargestellt … mit Flügeln frohlocken sie oder spielen Harfe oder was man als Engel sonst so bei sich hat. Aber nehmen wir direkt mal ne Bibel zur Hand. Der Erzengel Gabriel überbringt Maria die Nachricht, dass sie den Sohn Gottes zur Welt bringen wird. AHA! Also ein Kerl!

Weiter geht’s: Nach Jesu Geburt erscheinen Engel den Hirten auf den Feldern Bethlehems. Sie verkünden ihnen die "große Freude" und dass der Retter geboren ist.

Ach kommt … welches Kind spricht denn so?

Oder das hier: Zusammen mit dem Verkündigungsengel erscheint eine "Menge der himmlischen Heerscharen" und preist Gott. Ok – den Punkt gebe ich … könnte quasi eine Kindergärtnerin mit ihrer Gruppe sein.

Letzter Punkt - Nach der Anbetung Jesu werden die Weisen von einem Engel im Traum gewarnt, nicht zu Herodes zurückzukehren, sondern einen anderen Weg in ihr Land zu nehmen … Und ein Engel weist Josef im Traum an, mit Maria und dem Kind nach Ägypten zu fliehen, um Herodes' Verfolgung zu entgehen.

Tut mir leid, aber nach Kindern klingt mir das nicht.

Ich sehe Engel erst mal geschlechtsneutral, weil es völlig Wumpe is, ob Mann oder Frau! Engel werden oft als Beschützer und Wegweiser gesehen, die uns in dunklen Zeiten Licht und Hoffnung bringen. Und genau so sehe ich das nämlich auch. Oder als Botschafter für Frieden und Harmonie.

Engel sind die himmlischen Boten, die uns daran erinnern, dass Weihnachten mehr ist als nur Geschenke und festliche Mahlzeiten – es ist eine Zeit der Besinnung auf das Wunder der Geburt und die spirituelle Dimension des Lebens. Wo wir dann wieder bei den Geistern wären.

Aber eines ist ganz klar: Engel sind in den Punkten Bücher, Musik, Filmen und Dekorationen natürlich unverzichtbar! Man findet sie als Figuren, als Bilder und natürlich auch als Christbaumschmuck usw.

In meinem Kopf sehen Engel tatsächlich so aus, wie auf dem Bild … oder so ähnlich. Halt keine Kinder mehr, aber auch nicht „zu erwachsen“. Gerade so, dass sie in der Lage sind, halbwegs vernünftig frohe Botschaften zu verkünden … und dafür zu sorgen, dass die Wunschzettel auch im Wolkenpostamt ankommen.

Aber wie auch immer – Engel sind ein fester Bestandteil unserer Traditionen und helfen uns, die Magie und die tiefere Bedeutung des Weihnachtsfestes zu spüren.

Engelshaar

Engelshaar und Weihnachten – das gehört für viele einfach zusammen und hat nicht das Geringste mit Dubai-Schokolade zu tun!

Engelshaar sind ganz feine, glänzende Fasern, die zur Weihnachtsdekoration verwendet werden. Es sieht aus wie zarte, schimmernde Fäden, die aus Glasfasern oder Nylon und Polyester hergestellt werden. Es gibt sie in weiß, gold und silber. Im Prinzip soll es – wie der Name schon sagt – Engelshaar darstellen. Man verwendet es zwar auch in Krippen, Adventskränzen und Gestecke um dem Ganzen eine festliche Note zu verpassen – aber viel mehr verbreitet ist das Engelshaar am Christbaum. Da drapiert man etwas von den Fasern im Tannengrün, was dann ein Überbleibsel vom Christkind darstellen soll, das beim Geschenke verteilen mit den Haaren an den Zweigen hängen geblieben sein soll. Habt ihr ne Ahnung, wie zerzauselt das Christkind nach Hause kommt, wenn es die Bescherungs-Tour hinter sich hat? Die genaue Herkunft von Engelshaar als Weihnachtsdekoration ist nicht eindeutig belegt, aber ich vermute, dass diese Tradition nicht älter als 100 – 200 Jahre ist. An dieser Stelle möchte ich vor altem Engelshaar aus Glasfasern warnen! Das kann beim Berühren nämlich kleine, feine Glassplitter abgeben. Neues Engelshaar aus Kunststoff ist da in der Regel wesentlich sicherer und angenehmer in der Handhabung. Es besteht also kein Grund, darauf zu verzichten. Es ist ja doch ein kleines, aber feines Detail, das die weihnachtliche Dekoration oft erst vollendet und einen Hauch von Magie in die festlichen Stuben bringt.

Entenbraten

Entenbraten ist Weihnachten – fertig aus. Für viele Familien in Deutschland ist das eine kulinarische Tradition, die genauso fest zum Fest gehört wie der Tannenbaum und die Geschenke! Es ist ein klassisches Weihnachtsessen, das Wärme, Festlichkeit und Genuss symbolisiert. Es ist neben der Bescherung oft auch DAS Herzstück des Weihnachtsfestes.

Wenn auf der Weihnachtstafel so eine herrliche Ente präsentiert wird, dazu Rotkohl und Knödel … das hat schon was von Luxus. Mittlerweile ist es das ja auch … aber zu Zeiten, wo man noch selbst gejagt hat, war das eher kein Problem. Da hatte man die Wahl zwischen Gans und Ente. Im Vergleich ist die Ente etwas kleiner und dazu leichter zuzubereiten – reichte für eine Familie aber ganz locker. Früher, wie auch Heute, war es ein Hochgenuss am ersten oder zweiten Weihnachtstag.

Die Zubereitung eines Entenbratens erfordert zwar etwas Zeit und Geduld, ist aber nicht übermäßig kompliziert. Wenn die Ente erst mal in der Bratröhre gelandet ist, kann man lustig Weihnachten feiern.

Es gibt z.B. auch regionale Unterschiede und persönliche Vorlieben bei der Zubereitung. Aber egal, ob klassisch oder mit einer modernen Note – der Entenbraten bleibt ein festlicher Genuss, der die Weihnachtszeit in vielen deutschen Familien auf ganz besondere Weise prägt.

Erzgebirge

Neben dem Nordpol ist das Erzgebirge wohl DAS Weihnachtsland schlechthin. Während der Nordpol aber als Heimat vom Weihnachtsmann da steht, ist das Erzgebirge eher für die traditionellen Holzdekorationen und wintermärchenhafte Umgebung bekannt.

Die tief verwurzelte Weihnachtstradition im Erzgebirge hat ihren Ursprung im historischen Bergbau. Als der Bergbau im 18. Jahrhundert an Bedeutung verlor, suchten die Menschen nach neuen Erwerbsmöglichkeiten. So entwickelte sich das Holzhandwerk zu einem wichtigen Wirtschaftszweig. Über Generationen hinweg wurde und wird die Kunst der Holzbearbeitung gepflegt und weitergegeben, wodurch einzigartige und liebevoll gestaltete Weihnachtsdekorationen entstehen. Und ebenso werden diese Dekostücke über Generationen weiter vererbt. Da hätten wir dann so Dinge wie Schwibbögen, Räuchermännchen, Nussknacker und natürlich die Weihnachtspyramiden, die es sogar in Übergröße auf Weihnachtsmärkten gibt. Dann gibt es noch Engel und – für diese Region sehr wichtig – Bergmänner.

Neben den genannten Holzdekorationen gibt es noch viele weitere Traditionen, die diese Zeit im Erzgebirge so besonders machen.

Da gibt es zahlreiche sehr stimmungsvolle Weihnachtsmärkte, teilweise auch mit bergmännischem Flair. Da stehen dann festliche Bergparaden auf dem Programm, bei denen Bergleute in ihren historischen Uniformen und mit Musikzügen durch die Städte ziehen und an die reiche Bergbautradition erinnern.

Das Erzgebirge verwandelt sich in der Adventszeit in ein wahres Lichtermeer und zieht jährlich hunderttausende Besucher an, die lebendige Weihnachtstradition erleben möchten. Es ist eine Region, in der Weihnachten wirklich gelebtes Brauchtum ist. Ein echtes Weihnachtsland eben.

Es ist ein Ros entsprungen

"Es ist ein Ros entsprungen" ist eines der bekanntesten und beliebtesten deutschen Weihnachtslieder. Und das, wo es heutzutage auf dem ersten Blick eher schwer zu verstehen ist. Bei Liedern wie „Oh Tannenbaum“ oder „Ihr Kinderlein kommet,“ usw. erkennt man kinderleicht, worum es geht.

Aber hier? Das Lied erzählt eher in Metaphern, was Sache ist.

Nehmen wir die „Wurzel zart“ oder den „Stamm Isais“, was für die Abstammungslinie von David steht.

Das „Ros“ - also der Trieb/Reis, symbolisiert Maria, die reine Magd.

Ich liebe ja Wortspiele … und im Latainischen gibt es die Begriffe "virga" (Reis/Spross) und "virgo" (Jungfrau), die fast ähnlich klingen.

Und als „Blümlein“ wird Jesus Christus beschrieben – als das Kind, welches Maria geboren hat. Im Prinzip sagt das Lied: alles ist möglich. Sei es eine Rose im Winter oder Maria, die quasi wie die Jungfrau zum Kind kam … Aber ihr könnt hier im Lexikon ja noch mal bei „C“ wie Christrose gucken.

Bei dem Gesamtwerk sprechen wir von einem zeitlichen Ursprung, der so zwischen den Jahren 1588 und 1599 liegt. Vielleicht wurde es aber auch schon früher gesungen. Der Komponist der ursprünglichen Melodie ist unbekannt, aber der deutsche Komponist Michael Praetorius (1571-1621) trug maßgeblich zur Verbreitung und Popularität des Liedes bei, indem er 1609 eine berühmte vierstimmige Harmonisierung in seiner Sammlung "Musae Sioniae" veröffentlichte. Kennt ihr bestimmt alle …. ich nämlich auch nicht^^

Jedenfalls hat sich diese Version bis heute gehalten. Sie ist bis heute die bekannteste und wird oft als Grundlage für weitere Bearbeitungen verwendet.

Im Text gibt es hier und da kleine Unterschiede – je nachdem ob da ein katholischer oder ein evangelischer Verfasser am Werk war. Die Strophen wurden im Laufe der Zeit ja auch erweitert.

"Es ist ein Ros entsprungen" ist ein zeitloser Klassiker, der besonders bei klassischen Konzerten vorgetragen wird. Aber manchmal versucht sich auch so mancher Popmusiker daran.

Esel

Der Esel spielt in der Weihnachtsgeschichte eine tragende Rolle – im wahrsten Sinne des Wortes! Der Esel übernahm nämlich die Rolle des Taxis. Es wird traditionell angenommen, dass Maria auf einem Esel ritt, als sie hochschwanger den langen Weg zurücklegte. Das steht zwar so jetzt nicht unbedingt in der Bibel, wird aber auf Bildern und als Figuren oft so dargestellt. Is halt so bei uns im Kopf drin.

Ein weiterer Punkt ist die Krippe unter dem Tannenbaum. Wenn da Ochse und Esel fehlen, ist der Figurensatz irgendwie unvollständig. Aber habt ihr mal überlegt, warum diese Tiere überhaupt im Stall sind? Der Ochse war schon da – Ist halt ein Stall^^ Na ja – und der Esel ist das Tier, dass Maria nach Bethlehem getragen hat. So einfach ist das.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Esel einen festen Platz in der Weihnachtsgeschichte hat. Er ist ein stilles Symbol für die Reise, die Bescheidenheit und die friedliche Atmosphäre der Geburt Jesu.


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