25 Jahre ist es her, dass Franz Beckenbauer auf allen Kanälen mit der Frage „Ja, is denn heut scho Weihnachten?“ für den Telefonanbieter E-Plus Werbung machte.
Seit dem hat sich dieser Spruch als geflügeltes Wort etabliert. Witzigerweise nicht nur zur Weihnachtszeit. Aber gerade im Advent wird dieser Slogan ebenso gern verwurstet, wie „früher war mehr Lametta“ oder die Frage „warsch Chrischtkindl brav“.
Dabei hatte das Produkt ja gar nichts mit Weihnachten zu tun … Franz Beckenbauer stand irgendwo in einer winterlichen Landschaft, der Weihnachtsmann fegte durch den Himmel und im Hintergrund spielte diese tolle Weihnachtsmusik ...
Und dann kam der legendäre Spruch: „Ja is denn scho Weihnachten“?!
Dann fiel ihm aus heiterem Himmel eine Geschenkpackung in die Hände. Das wars.
Wie gesagt, 25 Jahre ist das her … und dennoch kennt jeder den Spruch.
Ja gut, äh, sicherlich … der Franz Beckenbauer war ja praktisch a Weltstar. Jeder Mensch in Deutschland kannte ihn.
Der Reklamesatz „Ja is denn scho Weihnachten“ gehört definitiv in die obere Riege der Sprüche und damit ganz klar zu Weihnachten.
Von einer Lichtgestalt zur nächsten. Ohne Jesus, kein Weihnachten – fertig aus.
Weihnachten ist schließlich das christliche Fest, das die Geburt von Jesus Christus feiert. Nur dumm gelaufen, dass niemand das genaue Geburtsdatum kennt.
Die Weihnachtsgeschichte in der Bibel hat ja weniger einen historischen, als vielmehr einen religiösen und symbolischen Charakter. Da kann man das Weihnachtsfest auch einfach so auf den 25. Dezember rücken.
Weihnachten ist ein Fest der Freude, der Hoffnung und der Besinnung auf die Botschaft Jesu, die von Nächstenliebe, Frieden und Versöhnung geprägt ist. Und die Geschichten von Jesus Christus sollten ja jedem Christen halbwegs bekannt sein. Zumindest die Geburt und sein Tod. Aber auch da gibt es keinen genauen Todestag^^ Und jetzt sagt mir nicht Karfreitag ...
Na ja, und der 25. Dezember wurde ja möglicherweise als Datum für Weihnachten gewählt, um mit einem bereits bestehenden heidnischen Fest zur Wintersonnenwende zu konkurrieren. Da konnte Jesus wirklich nichts für.
Zu Lebzeiten hat Jesus ja dann so manches Wunder vom Stapel gelassen. Sogar Muslime erkennen ihn(teilweise) als wichtigen Propheten an, was eine Verbindung zwischen christlichen und dem islamischen Glauben darstellt.
Ich möchte jetzt auch nicht jedes Wunder oder jede Prophetie erläutern. Denn all das hat mit Weihnachten recht wenig zu tun. Und seine Rolle in der Weihnachtsgeschichte bestand ja lediglich darin, auf die Welt zu kommen und in der Krippe zu liegen.
Wer damit jetzt gar nichts anfangen kann, sollte sich da mal ein bisken bilden. Die Weihnachtsgeschichte wird in der Bibel - insbesondere im Lukasevangelium - erzählt und in traditionellen Krippenspielen nachgespielt. Es gibt natürlich auch Filme, aber sucht richtig, sonst landet ihr bei Charles Dickens´ Weihnachtsgeschichte. Und die hat mit Jesus eher weniger zu tun …
"Jingle Bells" ist ein sehr bekanntes Weihnachtslied, das im 19. Jahrhundert von James Lord Pierpont komponiert wurde. Es gehört weltweit zu den populärsten Weihnachtsliedern überhaupt. Dabei ist es gar kein Weihnachtslied! Zumindest hat der Text in keiner Weise auch nur ansatzweise etwas mit Weihnachten zu tun.
Ursprünglich wird nämlich von einem Pferdeschlittenrennen erzählt. Die berühmten "Jingle Bells" beziehen sich auf die Schellen, die an den Pferdegeschirren von offenen Einspänner-Schlitten angebracht waren. Das Lied wurde ursprünglich unter dem Titel "The One Horse Open Sleigh" veröffentlicht und erst später in "Jingle Bells" umbenannt. Wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen, denn die "Jingle Bells" im Lied sind von den Geräuschen inspiriert, die die Glocken am Pferdegeschirr erzeugten, um Zusammenstöße im Schnee zu vermeiden.
Und da wird es komisch, das Lied wurde nämlich eigentlich für Erntedankfest geschrieben, und nicht für Weihnachten. Und bwohl das Lied ursprünglich keinen Bezug zu Weihnachten hatte, wird es heute oft als Weihnachtslied gesungen und ist Teil der Weihnachtskultur geworden. "Jingle Bells" ist eben eines der bekanntesten Weihnachtslieder weltweit und wurde in viele Sprachen übersetzt.
Jetzt wissen wir das Wichtigste zu dem Lied "Jingle Bells". Woher der Begriff kommt, haben wir auch schon kurz angerissen. Aber die Glocken am Pferdegeschirr, auch eben als Schellen oder Schellenkränze bekannt, dienen verschiedenen Zwecken.
Meist sind es mehrere Glocken, die an einem Band oder Gurt befestigt sind, und über die Schultern des Pferdes gelegt werden.
Sie werden auch oft als dekoratives Element verwendet – und das nicht nur im Winter, bzw. zur Weihnachtszeit. Bei Festumzügen wie Schützenfest, Karneval, oder wie oben schon geschrieben zum Erntedankfest sind die Glöckchen angebracht. Das dient aber als Deko, wie auch als Warnung, bzw. zur Signalgebung. Der Klang der Glocken kann dann andere Verkehrsteilnehmer oder Fußgänger vor dem herannahenden Pferd warnen, besonders in Situationen mit eingeschränkter Sicht. Um das Signal zu verstärken, kann man ja dann auch noch nebenbei "Jingle Bells" singen … so für die weihnachtliche Stimmung.
Josef von Nazaret war der Ehemann von Maria – also der Mama von Jesus. In den Evangelien wird er als gottesfürchtiger Mann dargestellt, der eine wichtige Rolle bei der Beschützung und Erziehung Jesu spielt, obwohl er nicht sein leiblicher Vater ist.
Josef von Nazaret wird als sein Pflegevater angesehen. Wisst ihr … ich steh ja auf Werte. Ich bin treu wie Gold. Gucken darf man – aber gegessen wird Zuhause! Dementsprechend hab ich da meine bedenken, was die ganze Story mit Maria angeht … von wegen von der Jungfrau zum Kinde … is klar^^ Was solls, er war ein gläubiger Mann, der fest an Gott und sein Eingreifen glaubte. Also lassen wir das jetzt so stehn. Josef war ein Zimmermann und stammte aus dem Geschlecht König Davids. Er war mit Maria verlobt und später ihr Ehemann. Sie lebten in Nazaret, aber zogen nach Bethlehem, wo Jesus dann geboren wurde. Josef war aber nicht nur der Ziehvater von Jesus, sondern auch sein Lehrmeister. Jesus hat nämlich auch Zimmermann gelernt, was später beim Kreuz bauen ganz praktisch … ach lassen wir das^^
Josef hatte irgendwie nicht das große Los gezogen. Erst war er nicht der leibliche Vater von Jesus, und dann starb er auch noch, bevor Jesus öffentlich Auftrat. Aber unvergessen ist er nicht! Josef wird als Schutzpatron der Arbeiter, insbesondere der Zimmerleute, und auch als Patron der Jungfrauen und Eheleute verehrt … na, die werden schon wissen warum^^
Wir finden Josef auch heute noch in der christlichen Kunst. Da wird er als Statue oder auf Bildern mal mit Jesuskind, mal mit einer Lilie oder dem Zimmermannswerkzeug dargestellt.
Sind wir mal ehrlich – auch wenn Josef nicht der leibliche Vater war, wäre die Weihnachtsgeschichte ohne ihn nicht möglich. Denn er war es ja, der Maria auf dem Esel nach Bethlehem führte und auf sie und das Jesukind aufgepasst hat. Und ohne ihn wäre die Krippe unter dem Tannenbaum nicht komplett.
Joulupukki ist der finnische Name für den Weihnachtsmann und bedeutet wörtlich "Weihnachtsbock" oder "Julbock". Ursprünglich war Joulupukki eine Gestalt, die halb Mann, halb Ziegenbock war. Ok, stopp … Der Weihnachtsmann war also ein Faun …. okay?!^^
In Finnland wird Joulupukki als freundlicher alter Mann mit rotem Mantel und roter Mütze dargestellt, der in Lappland wohnt und Kindern zu Weihnachten Geschenke bringt.
Die Sache mit dem Faun hatten wir ja schon … also Joulupukki leitet sich von der Tradition des Julbocks ab, einem Ziegenbock aus Stroh, der in heidnischen, nordischen Weihnachtsbräuchen eine Rolle spielte. Aha … die Heiden wieder. Im Laufe der Zeit wurde Joulupukki mit der Figur des Santa Claus verschmolzen und ähnelt heute stark dem bekannten Weihnachtsmann. Coca Cola gibt es halt auch in Finnland. Ist aber auch kein Wunder .. Der Weihnachtsmann kommt ja immer weit rum – und zwar mit einem Schlitten, der von Rentieren gezogen wird. Allerdings geht es ja erst bergab. Denn Joulupukki lebt angeblich auf dem Berg Korvatunturi in Nordfinnland, hat aber auch ein Büro im Santa Claus Village in Rovaniemi. Ihr könnt ja mal vorbei schauen: Live @ Santa Claus Village
Joulupukki hat auch ein eigenes Postamt in Rovaniemi, wo die Kinder ihm Briefe und Wunschzettel schicken können. Das schafft Joulupukki natürlich nicht alles alleine. Er hat eine Frau namens Joulumuori und viele Helfer, darunter Tonttus (Weihnachtswichtel), die das ganze Jahr über Geschenke vorbereiten. Aber das ist nur Saisonarbeit. Ansonsten arbeiten die Tonttus auch als Schrottwichtel und Sturmwichtel – je nach Arbeitslage^^ Nein, Quatsch – das war natürlich nur Spaß. Womit ich keine Späße mache, sind Weihnachtsfilme. Ich habe da einen Filmtipp für euch, den ihr euch auf Youtube ansehen könnt: Wunder einer Winternacht
Dieser Film von 2007 zeigt ungefähr meine Vorstellung von Joulupukki. Es ist ein Weihnachtsfilm für die ganze Familie und passt herrlich als Abschluss eines Adventssonntag nach einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt oder so.
"Jul" ist das skandinavische Wort für Weihnachten und wird oft als Synonym für das Julfest verwendet, das traditionell zur Wintersonnenwende (je nach religiöser Zuordnung zwischen der Wintersonnenwende und Anfang Februar) gefeiert wird.
Im Schwedischen, Dänischen und Norwegischen heißt Weihnachten heute jul, im Isländischen jól, im Finnischen joulu, im Estnischen jõulud. Im Englischen setzt Yule, im Niederländischen joelfeest das altgermanische Wort fort. Auch in diversen Mundarten der Nordfriesischen Sprache sind Entsprechungen zu finden, auf Sylterfriesisch etwa heißt es Jül oder Jööl. Also wisst ihr jetzt Bescheid ...
Es ist ein Fest, das in nordeuropäischen Ländern, insbesondere in Schweden, Norwegen und Dänemark, gefeiert wird und eine lange Geschichte hat, die bis in vorchristliche Zeiten zurückreicht. Und natürlich reden wir hier dann von den Germanen und Kelten. Es wurde zu Ehren des Gottes Odin und zur Feier der Wiederkehr der Sonne gefeiert. Das Julfest wurde von Karl dem Großen im 8. Jahrhundert dann verboten, konnte sich aber dennoch in einigen Regionen halten – bzw. zurückgewonnen werden. Das hört sich jetzt so schlimm an, aber die Sache mit dem Heidentum findet ihr ja auch in diesem Lexikon. In Skandinavien wird Weihnachten ja heute noch oft als "Jul" bezeichnet und viele traditionelle Bräuche werden noch gepflegt – z.B. auch als Vorbereitung auf die Rauhnächte. Der Julbock, der Weihnachtsbaum und das gemeinsame Essen sind Beispiele dafür. Viele dieser Bräuche wurden aus dem nordischen Julfest in das christliche Weihnachtsfest integriert. Während man beim Weihnachtsfest auf die Geburt von Jesus Christus schaut, symbolisiert das Julfest die Wiedergeburt der Sonne und des Lichts nach der Dunkelheit. Ihr wisst schon .. die Kiste mit der Wintersonnenwende.
Viele Bräuche des Julfestes – bzw. Weihnachtsfestes haben ihren Ursprung in vorchristlichen Traditionen und wurden im Laufe der Zeit mit christlichen Elementen vermischt. Auch in Deutschland gibt es da Parallelen. Wir in Deutschland wichteln ja ganz gerne. In Skandinavien geht es etwas wilder zu – da wirft man die Geschenke …
Wie auch immer – Das Julfest hat mit unserem Weihnachtsfest sehr viele Gemeinsamkeiten. Ich denke da an den Tannenbaum, das große Essen mit der ganzen Familie – und zwischen den Jahren dann die Vorbereitung auf die Rauhnächte.
Ob bei uns jetzt ein Ziegenbock aus Stroh unter oder neben dem Tannenbaum platziert wird, ist mir ehrlich gesagt nicht bekannt. Da die Frage „warum liegt hier Stroh?“ aber sehr gebräuchlich im deutschsprachigem Raum ist, kann ich mir das schon denken^^
Aber mal im Ernst – Der Ziegenbock aus Stroh gilt als Glücksbringer und wird gelegentlich mit den Geschenken in Verbindung gebracht.
Jetzt wird es etwas komisch … vielleicht auch tragisch, je nachdem in welche Reihenfolge man die Bräuche setzt.
Der Julklotz – da nimmt man einen Holzscheit, der wird verbrannt … und die Asche davon soll dann Glück bringen. Soweit so gut … Macht man das aber IM Haus, kommen wir zur nächsten Tradition.
Das Räuchern – Da werden Häuser ausgeräuchert (evtl. mit dem Julklotz), um böse Geister zu vertreiben und das Haus zu reinigen. Und wie fängt man das Räuchern an?
Mit dem Julfeuer – Da wird ein großes Feuer entzündet, um die Sonne zu begrüßen und böse Geister zu vertreiben.
Also macht man das mit dem Julklotz, sowie das Julfeuer draußen, ist das schon eine schöne romantische Sache. Allgemein finde ich verschiedene Traditionen des Julfestes sehr schön. Und wenn dann noch richtig viel Schnee liegt – Weihnachtsherz, was willst du mehr?!