Päckchen

Auch wenn Weihnachten ein Familienfest ist … es ist leider nicht immer möglich die Geschenke selbst zu übergeben. Ja und dann ist vorher noch der große Geschenke-Kauf, den man mittlerweile immer mehr über Online-VersandHäuser erledigt. In der Weihnachtszeit, gehen viele Pakete hin und her, kreuz und quer durchs ganze Land.

Und ja … wir ärgern uns oft genug über die Paketboten. Mal steht der Lieferwagen im Weg, dann finden sie die richtige Adresse nicht … und dann ist auch noch die Klingel defekt – bzw. man kommt vom Lieferwagen nicht dran^^

Aber ich möchte dennoch hier mal kurz die Gunst der Stunde nutzen und mich bei allen Paketboten bedanken! Sie haben das ganze Jahr immer viel zu tun – und es wird ja auch immer mehr. Und gerade zu Weihnachten explodiert der Paket-Versand. Das war aber immer schon so.

Zu Weihnachten wurden seit je her viele Päckchen und Pakete verschickt, um Geschenke und Grüße an Familie und Freunde zu versenden.

Damit die Päckchen auch rechtzeitig bei euren Liebsten ankommen, sollte man sich früh genug drum kümmern.

Für den Versand innerhalb Deutschlands gibt es so ne Art Faustregel, die besagt, dass man die Pakete so bis Mitte Dezember aufgeben sollte. Wenn die Päckchen ins Ausland gehen – dementsprechend früher.

Ich hab euch hier mal die drei typischen Paketdienste raus gesucht. Ganz wichtig dabei – ich leg da keine Hand ins Feuer … aber so ungefähr sollte das schon passen.

Bei der deutschen Post – bzw. DHL wird geraten, die Pakete bis spätestens zum 20. Dezember aufzugeben. Briefe und Postkarten sollten bis spätestens 21. Dezember im Briefkasten landen.

DPD empfiehlt, Pakete und Päckchen bis zum 20. Dezember zu verschicken.

Jagt ihr die Teile per Express los, soll die Deadline sogar am 23. Dezember sein.

Bei Hermes/GLS solltet ihr die Pakete bis zum 19. Dezember aufgeben.

Bei jedem Versand ins Ausland schickt ihr die Pakete natürlich wesentlich früher los.

Wie gesagt – ich übernehme keine Garantie für die Angaben! Schickt eure Pakete einfach früh genug los. 

Aber vor dem Versand kommt ja noch was … Das Packen der Pakete. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste – aber wer verschickt schon Porzellankisten?^^

Nein – ernsthaft: Was nutzt das tollste Geschenk, wenn es kaputt ankommt? Von daher solltet ihr in aller Ruhe das Paket packen und ausreichend Polstermaterial dazu packen. Es gibt ja diese lustige Luftpolsterfolie. Ihr könnt ja auch Wasserbomben nehmen, die etwas aufpusten, zu knoten und damit die wertvolle Fracht auspolstern.

Bedenkt, dass man unterwegs nicht überall so behutsam mit eurem Paket umgeht … das ist leider so. Also sichert eure Geschenke so richtig richtig gut. Denn sonst bringt auch ein pünktlicher Versand nichts.

Und dann noch ein Wort an die Paket-Empfänger: Es handelt sich ja in der Regel dann um Weihnachtsgeschenke. Also wenn ihr das Paket bekommt, lasst es doch einfach zu und legt es zur Bescherung unter den Tannenbaum, wo es dann hin gehört. Wenn das Paket erst zur Bescherung geöffnet wird, ist es doch die schönste Weihnachtsfreude – für alle Beteiligte.  

Perchten

Ja die Perchten … Das sind ganz fiese Gestalten aus den alpenländischen Regionen. Sie tauchen besonders in den Rauhnächten auf – also den Nächten zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag. Jetzt gibt es solche und solche^^ Nicht alle Perchten sind fies. Die Schönperchten tragen kunstvolle Tafeln am Kopf und bringen Glück und Segen. Ob daher nun das „Brett vorm Kopp“ herkommt ist nicht überliefert^^

Ja und dann sind da die Schiachperchten. Schiach ist ein altbairischer Begriff für unschön, hässlich usw. Und so kommen diese finsteren Gesellen auch daher. Mit Furchterregenden Masken, zotteligen Fellen und lauten Glocken und Schellen ausgestattet, treiben sie umher um die bösen Geister des Winters zu vertreiben. Ob schön oder schiach … die Perchten sind so oder so die Guten, die Segen bringen sollen und auch eine gute Ernte im neuen Jahr. Und trotzdem sehen sie in der Regel super unheimlich aus. Sie tragen meist kunstvolle aus Holz geschnitzte Masken. Jede Maske ist ein Unikat und sehr wertvoll. Die Kleidung besteht oft aus Fell (mittlerweile auch Kunstfell) und auch aus Stroh. Besonders die Kostüme aus Stroh sind sehr voluminös. Dagegen ist das Michelinmännchen oder der Marshmallowmann absoluter Kindergarten^^

Manche Perchten tragen große Glocken – andere wiederum haben kleine Glöckchen und Schellen am Kostüm, womit sie mit großem Getöse die bösen Geister des Winters zu vertreiben.

So ausgestattet geht es dann zum Perchtenlauf. Das ist ein ganz altes Brauchtum das auf vorchristliche – sprich heidnische Traditionen zurückgeht. Mit den Perchtenläufen hat man damals die Wintersonnenwende gefeiert. Perchtenläufe sind auch ein wichtiger Teil der meist dörflichen Gemeinschaft, der Identität stiftet und das kulturelle Erbe bewahrt.

Dieses Spektakel wird heutzutage erfolgreich als touristische Attraktion durchgezogen. Aber so kommerziell das nun auch klingt – Perchtenläufe werden traditionell von Heimatvereinen und Gruppen gepflegt, vorbereitet und auf die nächsten Generationen weitergegeben.

So mancher wird sich jetzt denken: Moment mal, das klingt ja wie bei den Krampussen. Äh – nö! Der Krampus im Allgemeinen begleitet ja den Nikolaus und bestraft die bösen Kinder … oder steckt sie in den Sack. Und auch, wenn sie ein ähnliches Erscheinungsbild haben – Die Perchten haben ja eher eine reinigende und segensbringende Funktion.

Die Perchten haben ja nun eher weniger mit besinnlichen Weihnachten zu tun, aber wer über Weihnachten im Alpenland Urlaub macht und so einen Perchtenlauf mal erleben darf … den erwartet ein echtes Spektakel.

Père Noël

Père Noël ist der französische Name für den Weihnachtsmann. Genau übersetzt heißt das soviel wie „Vater Weihnachten“. Eine Verniedlichung des Namens ist „Papa Noël“. Er bringt die Geschenke in Frankreich und französischsprachigen Regionen wie der Westschweiz und sogar in Teilen von Kanada … liegt ja quasi auf dem Weg^^

Er wird oft als eine Figur mit rotem Gewand und Zipfelmütze dargestellt und bringt Geschenke in einem Korb auf dem Rücken. Wie ich über Typen mit Zippelmützen denke, solltet ihr ja wissen. Mich hat der Korb auf dem Rücken zunächst etwas stutzig gemacht. Das klang mir im ersten Moment doch zu sehr nach Osterhase – ist aber eher mit dem Kiepenkerl hier im Münsterland zu vergleichen.

In Frankreich macht man das mit der Bescherung irgendwie anders, wie hier. Da kriegen nämlich nur die Kinder Geschenke von ihm, die Heiligabend ihre Schuhe vor die Tür stellen … also so ähnlich wie hier zum Nikolaustag. Manchmal liegen kleine Gaben bei den Schuhen … die sind für den Esel „Gui“, der Père Noël begleitet.

Da muss man übrigens aufpassen, dass man ihn nicht mit "Père Fouettard" verwechselt. Das ist nämlich ein Geselle, der unserem Knecht Ruprecht ziemlich nahe kommt.

Also im Prinzip ist Père Noël nichts anderes wie unser Weihnachtsmann. Halt nur in französisch. Auch die Bräuche sind ähnlich – nur dass die Kinder für Geschenke ihre Schuhe raus stellen sollten.

Persipan

Darf ich vorstellen? Der kleine Bruder vom Marzipan – das Persipan. Während die Hauptzutat beim Marzipan Mandeln sind, ist Persipan eine Süßware, die zwar ähnlich wie Marzipan ist, aber statt Mandeln aus gemahlenen Aprikosen- und/oder Pfirsichkernen besteht.

Im Prinzip gleichen sich beide Massen wie ein Ei dem Anderen. Wo es sich unterscheidet, ist der Geschmack. Persipan hat einen leicht herb-bitteren Geschmack.

Aber das stört keinen großen Geist, denn es passt dennoch hervorragend zu all den anderen weihnachtlichen Aromen in der Weihnachtsbäckerei.

Persipan ist weitaus günstiger und daher eine gern genommene Alternative zum „teuren“ Marzipan. Persipan wird meist in Dominosteinen und Stollen verwendet, da der Kunde kaum einen Unterschied bemerkt. Die Konsistenz ist ähnlich und ebenso gut zu verarbeiten. Und ja – natürlich kann man Persipan auch pur naschen.

Es gibt Menschen, die haben eine Mandel-Allergie. Da kann Persipan eine sehr gute Option sein, damit man nicht ganz auf diese Köstlichkeit verzichten muss.

Persipan ist genau so wie Marzipan eine vielseitige Süßigkeit – nur eben etwas günstiger. Na ja – und eine tolle Alternative für Allergiker. Denn die sollen das Naschwerk in der Weihnachtszeit ja auch genießen dürfen.

Pfefferkuchen

Die nächsten beiden Einträge gehören dezent zusammen. Es geht um Pfeffernüsse und hier jetzt erst einmal um Pfefferkuchen. Der Name "Pfefferkuchen" kommt aus dem Zusammenhang, rührt dass früher alle Gewürze unter dem Begriff "Pfeffer" zusammengefasst wurden. Pfefferkuchen kennt man ja auch als Lebkuchen. Und da sind stets allerlei Gewürze drin, wie z.B. Zimt, Nelken, Anis … ja und natürlich Pfeffer. Und jetzt mal ehrlich … was wäre eine Weihnachtszeit ohne diese würzigen Köstlichkeiten? Pfefferkuchen wurden bereits im 14. Jahrhundert in Nürnberg gebacken. Das geschah meist im Kloster … wenn die Mönche mit Bierbrauen fertig waren.

Da Pfefferkuchen und Lebkuchen ja ziemlich gleich sind, halte ich diesen Text etwas kürzer und verziehe mich ins Pfefferkuchenhaus und gucke, was Hänsel und Gretel so anstellen …

Ach halt – eine Info hätte ich da noch: In Schweden gibt es nämlich sogar einen eigenen „Tag des Pfefferkuchens“ - den sogenannten Pepparkakans Dag am 9. Dezember. Meist wird an dem Tag traditionell Pfefferkuchen gebacken, denn am 13. Dezember – dem Luciatag werden kräftig Pfefferkuchen gegessen. Die Weihnachtzeit ist einfach eine herrliche Zeit, mit all den Köstlichkeiten und Naschereien.

Pfeffernüsse

Den Pfefferkuchen haben wir nun abgefrühstückt und kommen zu den Pfeffernüssen – denn die sind ganz was Besonderes. Pfeffernüsse sind ein traditionelles und sehr beliebtes Weihnachtsgebäck in Deutschland und einigen Nachbarländern wie Schweden, Dänemark, Niederlande, und Belgien. Sie sind sehr beliebt und haben ihren festen Platz auf sämtlichen Weihnachtstellern – und das zurecht! Es ist aber nicht nur der extrem würzige Geschmack … sondern sie sind meist mit einem Happs im Mund. Pfeffernüsse sind nämlich kleine halbkugelige Kekse, meist mit einer zarten Zuckergussdecke überzogen. Die Geschichte der Pfeffernüsse reicht weit zurück, ähnlich wie die des Lebkuchens. Sie wurden vermutlich zuerst in fränkischen Klöstern hergestellt und bereits im 13./14. Jahrhundert (Ulm, 1296) als "Pfefferkuchen" erwähnt. Aber für „Kuchen“ waren diese kleinen Happen etwas klein. Und irgendwann ging man darauf zurück, das Gebäck „Pfeffernüsse“ zu nennen.

Pfeffernüsse waren aufgrund der teuren Gewürze lange Zeit ein echter Luxusartikel, der besonderen Anlässen vorbehalten war. Der Begriff "Pfeffer" stand schon seit dem Mittelalter oft als Synonym für alle importierten Gewürze, die damals für Wohlstand und Reichtum standen.

Umso schöner war die Tradition, wo die Herrschaften Pfeffernüsse an die Angestellten verteilt haben. Und nicht selten wurden die kleinen Süßigkeiten zu Weihnachten auch an Arme und Bettler verteilt um ihnen eine kleine Weihnachtsfreude zu machen.

Pfeffernüsse waren im ganzen Land weit verbreitet und wie bei vielen anderen Gebäcken gibt es auch in diesem Fall regionale Varianten.

Pfeffernüsse sind ein wunderbares Beispiel für die reiche Tradition der deutschen Weihnachtsbäckerei und gehören für viele fest zur Adventszeit dazu. Allein schon die Idee, Pfeffernüsse an die Angestellten, Arme und Bettler zu verteilen, macht aus dieser Süßigkeit einfach ein wenig mehr Weihnachten.

Piment

Piment ist ein beliebtes Weihnachtsgewürz, das oft in Lebkuchen und anderen winterlichen Gebäckstücken verwendet wird. Es ist auch bekannt als "Viergewürz", da sein Geschmack an eine Mischung aus Nelken, Muskatnuss, Zimt und Pfeffer erinnert. Ich frag mich da natürlich, warum man es nicht Vierment oder so genannt hat^^ Aber ist auch egal. Piment wird aus den getrockneten, unreifen Früchten des Pimentbaumes gewonnen und kann sowohl gemahlen als auch als ganze Beeren gekauft werden. Aber erst nach einer langen Reise … denn Piment stammt aus der Karibik und wird hauptsächlich auf Jamaika angebaut. Vielleicht hat es ja auch deshalb ein so warmes Aroma. Piment ist zudem noch gut für die Gesundheit: Ihm wird eine verdauungsfördernde Wirkung nachgesagt und soll bei Blähungen helfen. Aber in erster Linie gehört Piment natürlich in die Weihnachtsküche. Das „Viergewürz“ ist selbstredend eine wichtige Zutat für Lebkuchen, Spekulatius und anderen weihnachtlichen Gebäcksorten. Aber auch in deftigen Gerichten wie Eintöpfe, Suppen und Wildgerichten ist Piment eine wärmende Zugabe. Auch Marinaden kann man herrlich verfeinern. Ebenso wie in winterlichen Getränken wie Glühwein oder Punsch, wo Piment seine feine Weihnachtsnote hinterlässt.

Wofür ihr Piment auch immer verwendet, es ist ein wahrlich treuer Begleiter in der Winterküche. Allerdings solltet ihr drauf achten, dass Piment stets dunkel, trocken und luftdicht aufbewahrt wird. Denn nur so bleibt das Aroma erhalten. Wobei ganze Beeren zusätzlich ein noch besseres Aroma entfalten. Ok – das Mörsern macht etwas mehr Arbeit – aber es lohnt sich.

Allgemein lohnt sich in der Weihnachtsküche ein wenig Mehraufwand sehr oft, weil die Aromen noch besser zur Geltung kommen und außerdem das ganze Haus so wunderbar herrlich nach Weihnachten duftet. 

Plätzchen

Ich sag es euch, wie es ist: Weihnachten mit ohne Plätzchen gildet nicht! Plätzchen sind das Weihnachtsgebäck schlechthin und kaum eine Familie verzichtet auf das gemeinsame Backen zur Weihnachtszeit.

Bei Ausgrabungen hat man frühe bildliche Darstellungen gefunden, die belegen, dass es bereits in vorchristlicher Zeit rituelles Backen zu großen Anlässen gab. Aber in Verbindung mit Weihnachten hat man mit dem Plätzchenbacken vermutlich in den mittelalterlichen Klöstern angefangen.

Zu der Zeit war es ja eher Unsitte, dass Mitglieder des Adels sich in der Küche befinden. Im 18. Jahrhundert begann aber dann auch die gehobene Gesellschaft sich an der Backkunst. So richtig populär wurde die Weihnachtsbäckerei aber erst im 19. Jahrhundert, als es Zucker aus Zuckerrüben gab. So wurde es auch für einfache Haushalte erschwinglich und wurde zu einer weit verbreiteten Tradition. Aber egal ob Adel oder einfache Bürger - Das Backen war seitdem oft eine gemeinschaftliche Aktivität, die Familien, Freunde und Nachbarn zusammenbrachte, um sich gemeinsam in die Weihnachtszeit zu backen. Und das hat sich bis heute so gehalten – mal mehr – mal weniger. Die Menschen sind bequem geworden, denn schließlich gibt es zig Sorten Plätzchen ja fertig zu kaufen. Aber es geht doch nichts über selbstgebackene Plätzchen! So ist auch heute noch das gemeinsame Plätzchenbacken für viele Familien ein festes Ritual in der Adventszeit. Erstmal ist es ja eine wunderbare Möglichkeit, die Zeit miteinander zu verbringen, kreativ zu sein und sich auf Weihnachten einzustimmen... Dann der Duft von frischen Plätzchen und Weihnachtsgewürzen im ganzen Haus – weihnachtlicher geht es doch kaum.

Und es gibt soo viele verschiedene Sorten … Plätzchen sind unglaublich vielfältig in Form, Geschmack und Konsistenz. Oft werden sie aus Mürbeteig, Lebkuchenteig oder Rührteig hergestellt und liebevoll verziert. Oft sind Plätzchen Symbole für Regionen und die Rezepte sind seit Generationen Tradition, die es zu bewahren gilt.

Eine der ältesten Plätzchenart sind die Lebkuchen. Es gibt sie in vielen verschiedenen Formen und Konsistenzen – von den weichen Lebkuchenherzen bis hin zu den harten Elisenlebkuchen. Das besondere daran ist der Reichtum an würzigen Gewürzen.

Über die letzten 2 – 3 Jahrhunderte hat sich der Mürbeteig als der Plätzchenteig schlechthin entwickelt. Einfach zubereitet und sehr vielseitig einsetzbar. Der wohl bekannteste und auch beliebteste Klassiker sind die ganz einfachen Butterplätzchen.

Aus dem einfachen Mürbeteig werden mit Förmchen Sterne, Herzen, Tannenbäume und andere Motive ausgestochen und nach dem Backen dann liebevoll mit Zuckerguss, Streuseln oder Schokolade verziert. Ein Spaß für die ganze Familie.

Fast genauso einfach sind die Spitzbuben. Das sind zwei Mürbteigplätzchen die mit Marmelade zusammen geklebt und dann mit Puderzucker bestäubt werden. Meist hat das obere Plätzchen ein rundes Loch – aber mittlerweile gibt es so viele Hilfsmittel … da kann das Loch auch schon mal ein Herz oder ein Stern sein.

Ein echter Knüller in der Weihnachtsbäckerei ist der Spekulatius. Der knusprige Keks ist berühmt für seine ausgeprägten Gewürznoten die in der Regel aus Zimt, Nelken, Kardamom und Muskat bestehen. Meist scheitert es Zuhause an dem fehlenden Werkzeug. Früher hat man den Teig in Holzmodel gedrückt, den Restteig mit einem starken Faden abgeschnitten und die Plätzchen aus der Form geschlagen. Allerdings gibt es die Holzmodel nicht an jeder Ecke zu kaufen – daher kaufe ich die Spekulatius selber im Laden oder beim Bäcker ...

Ebenfalls ein Mürbteig – allerdings mit einem guten Anteil Mandeln oder Nüssen sind die Vanille-Kipferl. Kleine modellierte Halbmonde, die noch warm in Vanille-Zucker gewälzt werden und dann am besten direkt im Mund verschwinden ...

Es gibt soo viele Sorten, daher empfehle ich jetzt noch das Spritzgebäck zum Abschluss. Eine der schnellsten Plätzchensorten, da aus einem festen Rührteig, der dürch die Spritztüte aufs Blech gespritzt wird und direkt abgebacken – Zack fertig. Klar, jetzt kann man die Plätzchen noch mit Kuvertüre oder Fettglasur bearbeiten und dann genießen.

Ich könnte noch so viel aus dem weihnachtlichen Plätzchen-Paradies erzählen, aber dann wird aus dem Weihnachts-Lexikon eher ein Backbuch …

Jedenfalls ist das Plätzchenbacken fast schon ein Muss in der Weihnachtszeit. Es ist diese magische Mischung aus Tradition, Vorfreude, Gemütlichkeit und Genuss. Aus eigener Erfahrung rate ich euch: Backt genug Plätzchen, damit sie auch bis zum Weihnachtsfest halten … oder ihr versteckt sie gut. Ich sach nur ...

Plumpudding

Wir schauen jetzt mal rüber auf die grüne Insel – nach Großbritannien. Dort kommt der Plumpudding – oder auch „Christmas Pudding“ auf die Weihnachtstafel. Das ist jetzt kein Pudding, wie wir ihn kennen, sondern ein dichter dunkler Kuchen, der aus getrockneten Früchten, Nüssen, Gewürzen und Butter zubereitet wird. Der Pudding wird traditionell mehrere Wochen oder sogar Monate vor dem Weihnachtsfest zubereitet. Um ihn feucht zu halten und seinen Geschmack zu intensivieren, wird er immer wieder mal mit Rum oder Brandy getränkt. Am Weihnachtstag wird er dann flambiert und mit Vanillesoße serviert. Manchmal kommt auch Brandy-Butter oben drauf, aber dann würd es noch mehr knallen, als ohnehin schon … ich sach nur^^

Der Plumpudding hat eine lange Geschichte – so seit dem Mittelalter. Damals war es aber noch eine fleischhaltige Vorspeise namens „Plum Porridge“. Das Gericht entwickelte sich dann im Laufe der Jahrhunderte weiter und wurde schließlich zu der süßen Weihnachtsspezialität, die wir heute als Plumpudding kennen.

Ursprünglich wurde der Pudding am "Stir-up Sunday" (dem letzten Sonntag vor dem Advent) zubereitet, wobei jedes Familienmitglied den Teig umrühren durfte und dabei einen Wunsch äußern konnte … also quasi eine rührende Tradition^^

Eine weitere Tradition ist das Verstecken einer Silbermünze oder eines Rings im Pudding. Das sollte dem Finder eigentlich Glück fürs neue Jahr bringen … oder einer bestimmten „Finderin“ auch schon mal einen Heiratsantrag. Allerdings war der Finderlohn auch gern mal eine abgebrochene Krone in der Kauleiste … Na ja – man kann halt nicht alles haben.

In vielen Familien wird der Plumpudding traditionell zubereitet. Es gibt ihn natürlich auch fix und fertig zum selber kaufen … aber das ist nicht das Gleiche! Wie so oft bei diesen Dingen.

Der Plumpudding ist eine echte Weihnachtsgranate. In dem Moment des Flambierens kommt die festliche und durchaus spektakuläre Atmosphäre ganz besonders zur Geltung. Die reichhaltige Tränkung mit Rum oder Brandy sorgt für einen weiteren Knalleffekt. Aber gerade deshalb ist es ein unvergesslicher Teil des britischen Weihnachtsfestes. Ich sag nur: „the same procedure as every year“.

Post

Die Weihnachtspakete hatten wir ja schon. Und auch die Weihnachtskarten sind in diesem Lexikon verewigt. Ich wiederhole es hier gern noch einmal – Briefe und Postkarten sollten allerspätestens bis zum 21. Dezember in den Briefkasten geworfen werden, wenn es innerhalb Deutschlands ist. Briefe ins Ausland müssen natürlich wesentlich eher raus.

Mir geht es bei der Weihnachtspost aber um etwas ganz anderes. Nennen wir es mal „Werte“. Klar kann man Vordrucke verwenden und nur noch den Otto drunter setzen und fertig – dann ist man eben Scheiße! Wenn man sich schon dafür entscheidet, Briefe oder Postkarten zu Weihnachten zu verschicken – dann möchte man damit doch eine Weihnachtsfreude bereiten. Ja dann schreibt doch bitte in bester Schönschrift, verdammte Axt. Wenn Weihnachtskarten zur Pflicht geworden sind, dann sollte man es besser gleich lassen und es genau so kommunizieren.

Der nächste Punkt: Die Karten und Briefe sind geschrieben und versendet. Nun kommen die Briefträgerinnen und Briefträger ins Spiel. Ja – sie bringen meist nur Rechnungen und Mahnungen … aber da können sie ja nichts für. Sie fahren mit dem Rad oder gehen die Strecke zu Fuß und kommen natürlich auch mit dem Auto. Ganz egal, wie das Wetter ist. Dabei versuchen sie, so freundlich wie möglich zu sein. Das gelingt nicht immer, aber auch da hab ich Verständnis für. Man weiß nie, wie viele Leute dem Postboten schon begegnet sind, die mies gelaunt sind. „Wie man in den Wald hinein schreit usw.“ - So ein Ding ist das nämlich.

Wie schön wäre es denn dann, wenn man sich beim Briefpersonal mit einem kleinen Weihnachtsgeschenk bedankt? Ein kleiner Schoko-Weihnachtsmann, oder einfach nur eine Karte (mit Schönschrift natürlich). Wenn man jetzt bessern Kontakt hat und die Vorlieben des Briefträgers, bzw. der Briefträgerin kennt, kann man da auch zu einer Schachtel Pralinen oder so greifen. Es geht um die Geste des Dankes und der Wertschätzung. Und da ist die Weihnachtszeit doch genau richtig. Wenn es draußen stürmt und schneit, kann man den Postboten auch gern mal ins Haus bitten und einen heißen Tee oder Kaffee anbieten – sofern die Zeit es zulässt. Einfach mal Anerkennung zeigen. Alle reden doch immer vom Fest der Liebe, vom Miteinander … vom „WIR“. Ja dann lebt es doch auch mal vor. Ein klein wenig Weihnachtsgefühl kann so einfach sein – da reicht oft auch schon ein Lächeln.

Printen

Aachener Printen sind ein echtes Traditions-Weihnachtsgebäck, das seinen Ursprung in … Achtung – Überraschung - Aachen hat und zur Familie der Lebkuchen gehört. So manches Kind wird da vielleicht Albträume von haben – Erwachsene sogar ein Kindheitstrauma …

Keine Ahnung, wie meine Oma das damals angestellt hat, aber die Printen, die sie JEDES JAHR verschenkt hat, waren hart. Nicht fest, nicht knusprig … nein – steinhart. Ich sag es mal so … Die Panzerkekse bei der Bundeswehr waren auch hart – aber das war auch gut so. Die Dinger konnte man aber essen. Mit Omas Printen haben wir dann später Wände gezogen, Nägel in die Wand gekloppt usw.

Aber genug von den bösen Kindheitserinnerungen.

In Wirklichkeit sind die Printen nämlich richtig toll! Sie sind bekannt für ihre würzige Note und ihre feste, aber mürbe Konsistenz.

Printen gibt es bereits seit dem 15. Jahrhundert, und die Aachener Variante entwickelte sich um 1820. Schon damals wurde das Gebäck in kunstvoll geschnitzte Holzformen gepresst, was ihnen ihre charakteristische Form verleiht. Das war noch echte Handarbeit.

Aber genau dieser Vorgang gab dem Gebäck ihren Namen. Die Printe leitet sich nämlich vom englischen "print" oder dem niederländischen "prent" ab, was so viel wie "drücken" oder "Abdruck" bedeutet.

Printen waren ursprünglich als Vorratsgebäck für den Winter gedacht. Aufgrund ihrer Würze wurden sie aber immer beliebter und eigneten sich hervorragend für die Weihnachtszeit. Wer damals schon auf seine Linie geachtet hat, der fand natürlich besonderen Gefallen an den Printen, weil sie kein Fett enthielten. Die Basis des Teiges bestand aus Zuckerrübensirup, Mehl, Wasser und verschiedenen Gewürzen.

Auch Kandiszucker und brauner Zucker werden seit jeher verwendet.

Die Aachener Printen darf aber jetzt nicht jeder backen! Denn die Printen sind in Aachen und einigen Nachbarorten als "Aachener Printen" geschützt. Alles andere sind „nur“ Printen.

In Aachen ist der Weihnachtsmarkt stark von Printen geprägt, und es gibt sogar einen Printenmann als Symbol für das Gebäck. Sie sind ein beliebtes Geschenk und werden natürlich dementsprechend nur all zu gern der Familie oder den Freunden mitgebracht. Das liegt mitunter aber auch daran, dass bei einer gewissen Lagerung weicher werden und ihren Geschmack intensivieren.

Und auch wenn es Anfangs nicht so klang .. Die Printen – speziell die originale Aachener Printen können was. Sie sind ein traditionelles und beliebtes Weihnachtsgebäck mit einer langen Geschichte und einer besonderen Herstellungstradition sind, die eng mit der Stadt Aachen verbunden ist. 

Punsch

"Das ist Punsch … Punsch Punsch, du dusselige Kuh!" … Wenn dieser Satz fällt, ist Weihnachten ja eigentlich längst vorbei und es geht auf Silvester zu.

Aber Punsch ist ja ein beliebtes und wärmendes Getränk in der kalten Weihnachtszeit. Der Begriff "Punsch" leitet sich ursprünglich vom indischen Wort "pañc" ab, was "fünf" bedeutet, da das Originalrezept aus Indien fünf Zutaten enthielt: Alkohol (oft Arrak), Zucker, Zitrone, Wasser und Gewürze. Und da haben wir schon die Bescherung - Alfred Tetzlaff hatte also gelogen – denn sein „Geheimrezept“ Hatte nur eine Zutat: Rum.

Der Punsch ist eine vielseitige Alternative zum Glühwein und bietet eine breite Palette an Geschmacksrichtungen. Es gibt Orangen-Punsch, Apfel-Punsch, Beeren-Punsch, Rum-Punsch, Eier-Punsch und dann noch eine ganz besondere Variante, die wohl jeder – zumindest vom Namen her – kennt: Die Feuerzangenbowle. Hier handelt es sich um eine Punsch-Variante, bei der ein mit Rum getränkter Zuckerhut über dem Punsch angezündet wird. Dadurch tropft der karamellisierte Zucker in das Getränk und fertig ist die Laube. Das ist auf so mancher Weihnachts- und Silvesterfeier ein grandioses Ereignis.

Aber was ist eigentlich ein Punsch? Eigentlich ist das eine Sammelbezeichnung für vielerlei Arten von Heißgetränken. Zunächst braucht man eine Flüssigkeitsbasis. Dafür nimmt man Tee oder Fruchtsäfte – oder auch eine Mischung aus beiden Flüssigkeiten. Damit es ordentlich knallt, kommt jetzt noch Rum, Wein, Liköre oder ein gescheiter Obstbrand rein. Es gibt natürlich auch alkoholfreie Alternativen – speziell für Kinder oder die armen Geschöpfe, die nach der Feier noch Taxi spielen müssen. Gesüßt wird das ganze mit Zucker, Honig oder Sirup. Dann wird das Ganze noch mit den typischen Weihnachtsgewürzen wie Nelken, Sternanis, Kardamom und einer Zimtstange zum umrühren …

Zum Guten Schluss kommen dann noch Früchte dazu. Je nach Vorlieben nimmt man da Orangenscheiben, Zitronenscheiben, Äpfel oder Beeren, die dem Punsch dann oft auch den Namen geben. Im Kinderpunsch sind übrigens keine Kinder drin … ich sach nur^^

Der Vorteil an Punsch ist ja, dass man ihn gut vorbereiten kann und dann in großen Töpfen oder speziellen Punschkesseln warm hält. Achtung! „Warm halten“ … nicht kochen! Ein guter Punsch braucht genügend Zeit, damit die Gewürze Zeit haben, ihr Aroma zu verbreiten.

Punsch ist so ein Gemütlichkeitsding. Ein uriger Weihnachtsmarkt und Temperaturen um den Gefrierpunkt sind ein Garant dafür, ganz gemütlich in Gesellschaft einen heißen Punsch zu genießen zu können.

Auch wenn man Glühwein wohl öfter auf den Weihnachtsmärkten findet, ist der Punsch besonders auf dem Land ein gern genommenes Heißgetränk. Das ist dann noch was Eigenes, wenn man zum Beispiel auf einem Bauernhof einen Weihnachtsmarkt hat, auf dem die erst vor ein paar Wochen geernteten Früchte und Beeren verpunscht werden. In diesem Ambiente kann man die Weihnachtszeit ja noch ganz anders erleben, wie in der Großstadt.

Pyramide

Ich denke, jeder kennt die berühmten Weihnachtspyramiden. Das sind diese wunderbaren Kunstwerke aus Holz, die aus dem Erzgebirge stammen. Es handelt sich dabei um eine mehrstöckige, drehende Lichtkonstruktionen, die durch die Wärme von Kerzen angetrieben werden. In der Regel sind die Weihnachtspyramiden mit liebevoll handgefertigten Figuren und Motiven geschmückt. Allerdings sind diese Kunstwerke eher Kegel als Pyramiden … zumindest jetzt – aber ok … Es liegt wohl daran, dass die ersten Pyramiden einfache Holzgestelle waren, die sich erst später zu mehrstöckigen, drehbaren Konstruktionen entwickelten. Die Teile gibt es nämlich schon ein Weilchen. Sie haben ihren traditionellen Ursprung im Erzgebirge des 16. Jahrhunderts. Sie entstanden aus der Verbindung von zwei Traditionen: Einmal aus dem Aufhängen grüner Zweige zur Abwehr des Winters und dem Aufstellen von Kerzen zur Vertreibung der Dunkelheit.

Es gibt verschiedene Arten von Weihnachtspyramiden. Die Etagenpyramiden, Tischpyramiden und Teelichtpyramiden. Aber alle haben in der Regel den gleichen Aufbau – Eine Holzkonstruktion und eine oder mehrere Drehscheiben mit kunstvoll geschnitzten Figuren und Motive. Ein weiteres besonderes Merkmal ist das Flügelrad ganz oben auf der Pyramide, dass durch Kerzenwärme angetrieben wird und die Drehscheiben in Bewegung setzen.

Es gibt mittlerweile auch moderne Pyramiden, die elektrisch betrieben werden und LED-Lichter statt echte Kerzen haben. Das mag in Sachen Sicherheit vielleicht besser sein … aber ich bitte euch^^

Es gibt die Weihnachtspyramiden ja in verschiedenen Größen. Aber die größte Weihnachtspyramide der Welt befindet sich in Johanngeorgenstadt in Sachsen und ist 25,52 Meter hoch! Aber egal, ob nun so gigantisch groß, oder als kleine Version für den Hausgebrauch … Weihnachtspyramiden sind ein ganz wichtiger Bestandteil der erzgebirgischen Weihnachtstradition. Na ja – und für uns, die nicht im erzgebirgischen Weihnachtsland leben, schaffen sie eine behagliche Atmosphäre zur Weihnachtszeit. Sie wirken zudem durch ihr warmes Licht und die langsame Drehung äußerst beruhigend. 


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