Es ist jetzt kein großes Geheimnis, dass ich nicht mehr alle Nadeln an der Tanne habe^^ Und das ist gut so.
Der Tannenbaum ist ja oftmals DER zentrale Mittelpunkt des Weihnachtsfestes. Neben Blaufichte und Rotfichte greift man gerne zu verschiedenen Tannensorten. Der Weihnachtsbaum hat seinen Ursprung ja in heidnischen Bräuchen. Vielleicht ist deshalb die Nordmanntanne so sehr beliebt. Aber Spaß beiseite. Es war tatsächlich so, dass man in vorchristlichen Kulturen – sprich die Germanen - immergrüne Pflanzen wie eben die Tanne zur Wintersonnenwende verwendet hat, um böse Geister zu vertreiben.
Mit der Christianisierung wurde dieser Brauche übernommen und mit christlichen Vorstellungen verbunden. Der Weihnachtsbaum wurde zum Symbol für das christliche Weihnachtsfest und verdrängte das Heidentum.
Der Brauch, einen geschmückten Tannenbaum in Innenräumen aufzustellen, verbreitete sich dann im 19. Jahrhundert von Deutschland aus und ist heute weltweit bekannt.
Welche Tannensorten der Germane damals nahm, ist nicht genau überliefert. Aber der absolute Spitzenreiter heutzutage unter den Weihnachtsbaum-Arten ist die Nordmanntanne. Gut 80% der Baumkäufer entscheiden sich für dafür. Ok – Sie ist ja auch eine Tanne, wie aus dem Weihnachtsbilderbuch. Da kann man fast blind kaufen. Gerade gewachsen, schön kegelförmig, stabile Äste und dazu sehr robust und gut haltbar. Besonders bei Familien ist die Nordmanntanne wegen den grünen glänzenden Nadeln, die ziemlich dick, glänzend und relativ weich sind. Es ist halt ein fast perfekter Christbaum.
Aber es gibt ja nicht nur Christbäume … Für Adventskränze, Gestecke oder als einzelne Zweige nimmt man gern die Nobilistanne. Der Wuchs ist nicht ganz so regelmäßig, wie man es sich bei einem „echten“ Christbaum wünscht … klingt komisch – ist aber so. Der Vorteil hier ist, dass es eine noch robustere Tannenbaum-Art ist, die dazu auch noch wunderbar duftet. Nobilis ist sehr lange haltbar und nadelt so gut wie gar nicht. Ja – irgendwann schon, aber bis Ostern sollte das Tannengrün ja auch eigentlich verschwunden sein^^
Jetzt gibt es auch noch die Korktanne, die Koreatanne und die Weißtanne … aber das sind hier dann doch eher die Exoten. Aber wer mal etwas eher Außergewöhnliches haben möchte – bitte.
Perfekt im „Wuchs“ sind die Plastik-Tannenbäume. In Preis und Leistung gibt es da große Unterschiede. Der Nachteil hierbei ist: Es duftet nicht nach Tanne. Aber dafür nadelt er teilweise wie echt^^
Also wenn man nicht von einer Allergie betroffen ist, dann empfehle ich zum Kauf von einem echten Baum. Die Weihnachtsbaum-Plantagen sind ein wichtiger Wirtschaftszweig, der viele Arbeitsplätze sichert, die nicht durch KI ersetzt werden können. Und wenn man zum Tannenbaum aus dem regionalen Forst greift, macht man auch in Sachen Nachhaltigkeit alles richtig.
Und mit den einheimischen Tannensorten wird Weihnachten dann auch zu einem richtig schönen Fest.
Bleiben wir beim Tannengrün – allerdings eine etwas andere Thematik. Das Tannengrün ist ja die ultimative traditionelle Weihnachtsfarbe. Sie steht für Leben, Hoffnung und die Wiederkehr der Natur.
Das Aufstellen von Tannenbäumen und das Dekorieren mit Tannengrün ist ein weit verbreiteter Brauch zu Weihnachten, was aber auch einen gewissen Wohlfühl-Faktor hat. Das liegt aber auch daran, dass Tannengrün den Menschen an seine Naturverbundenheit erinnert und eine Art Heimatgefühl vermittelt.
Das merkt man z.B. auch bei Feierlichkeiten wie dem Oktoberfest oder Schützenfeste, wo man gerne mit Tannenkränze oder Girlanden dekoriert.
Und wenn man damit dekoriert, dann sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Aber der Klassiker zur Weihnachtszeit ist, wenn man Tannengrün mit Rot und/oder mit Gold oder Silber kombiniert.
Tannengrün ist eben ein wichtiger Faktor bei den weihnachtlichen Traditionen. Das kann man mit künstlicher Tanne vielleicht optisch erreichen – aber ohne Tannenduft fehlt irgendwas in der Weihnachtsharmonie.
Wir dekorieren mal munter weiter. Was mich früher schon in der Schule getriggert hat, war, wenn wir Tannenzapfen zum Basteln mitbringen sollten und einige Schüler tatsächlich gefragt hat, wo man die kaufen kann^^
Als Erstes: Was man allgemein als Tannenzapfen bezeichnet sind in Wirklichkeit meist Kiefern- oder Fichtenzapfen. Echte Tannenzapfen zerfallen nämlich am Baum und sehen dann auch nicht so schön aus.
Aber wenn man etwas dekorativ verzapfen möchte – dann greift direkt zu Fichtenzapfen oder eben auch Kiefernzapfen. Das ist ein top Naturmaterial, mit dem man toll basteln und dekorieren kann.
Ihr könnt sie an den Adventskranz stecken oder an Gestecke. Man kann Kerzenhalter mit ihnen basteln, oder man hängt sie einfach an Girlanden.
Manche Menschen sehen in den Zapfen ja ein Symbol für Fruchtbarkeit und Überfluss.
Und da komme ich wieder auf die Frage: „Wo kann man die Tannenzapfen kaufen“? Heute ist das kein Problem mehr – da kann man sich auch ne Tonne online bestellen. Aber jeder Laden wie z.B. action, tedi, woolworth, bietet zum Advent Tannen- bzw. Fichtenzapfen an.
Aber jetzt mal unter uns … Beim Tannengrün hab ich noch was von wegen Naturverbundenheit geschrieben … und hier fragt man, wo man Zapfen kaufen kann^^ Merkt ihr selbst, oder?
Fichten- und Kiefernzapfen kann man an jeder Ecke sammeln! Wälder, Parks – vielleicht sogar im eigenen Garten … oder beim Nachbarn. Allgemein sind Naturmaterialien für Herbst- und Weihnachtsdekorationen eine sehr günstige Alternative. Man braucht sich nur umschauen und aufsammeln. Damit gestaltet man die Weihnachtszeit noch natürlicher … Ich sach nur.
Wir haben jetzt schon so viel über Tradition gelesen, da kann man das auch mal kurz zusammenfassen. Und die Weihnachtszeit ist schon sehr reich gesegnet an Bräuchen. Und das fängt ja schon zum ersten Advent an. Da stellt man traditionell Adventskränze oder Gestecke auf, wo an jedem der vier Adventssonntage ein Kerzlein angezündet wird. Ja und dann ab dem ersten Dezember wird auch noch der Adventskalender geplündert, die die Wartezeit bis zum Heiligabend verkürzen.
Meist zum ersten Advent – manchmal aber auch direkt nach dem Totensonntag öffnen die ersten Weihnachtsmärkte. Ab da fließt der Glühwein und die ganze Stadt verwandelt sich in einen magischen Ort voller Weihnachtsstimmung. Die eine Stadt mehr … die andere weniger^^
Am 4. Dezember wird es Zeit für den schönen Brauch mit den Barbarazweigen, die bei Erfolg dann zu Weihnachten blühen.
Ja und dann ist ja auch schon Nikolaustag. Da gibt es ja gleich mehrere Traditionen. Angefangen bei den (hoffentlich) geputzten Schuhen, die dann vom Nikolaus gefüllt werden, bis hin zum Hausbesuch …. denn oft kommt der Nikolaus auch persönlich zu Besuch und es werden fröhliche Weihnachtslieder gesungen. Na ja – manchmal werden unartige Kinder auch vor Ort bestraft … in den Sack gesteckt oder so.
Mit „geregelten“ Traditionen ist dann erst mal Ruhe. Zwischendurch kommen dann die Bräuche durch, die keinen speziellen Tag bzw. Grund brauchen. Als da wär die Weihnachtsbäckerei, das Adventssingen, Basteln, Wichteln und diverse Weihnachtsfeiern.
Je näher man dann an das große Weihnachtsfest kommt, erhöht sich auch wieder die Schlagzahl der Traditionen. Das fängt schon mit dem Christbaum an. Klar kann man sich seinen Baum irgendwo am Baumarkt oder einem großen Einkaufszentrum besorgen. Es gibt aber auch Leute – besonders Familien, die es in ländliche Gefilde zieht … z.B. in einen regionalen Forst – sagen wir mal als Beispiel das Sauerland, wo man sich einen Baum raus suchen kann, der da noch steht. Der wird dann in der Regel vom Baumhändler dann abgesägt. Alles andere wäre unter Umständen zu gefährlich^^
Und ist ein schöner Baum erst einmal gekauft, wird er geschmückt. Auch da greifen verschiedene Traditionen, wo die Aufgaben geteilt werden … oder die ganze Familie schmückt gemeinsam, was natürlich am Schönsten ist.
Dann ist der Heiligabend da und bei mir war es früher so, dass ich den Tag zuerst mit einem Kaffee begieße und dann direkt mit dem Kartoffelsalat angefangen habe. Das hatte ja so gesehen auch schon Tradition.
Bevor es an die Geschenke geht, wird gesungen … weil es so Brauch ist … oder weil es sonst nix gibt. Also singt lieber^^ Traditionell werden ja die Geschenke am Heiligabend überreicht, entweder vom Christkind oder vom Weihnachtsmann. Es gibt aber auch hier Familien, bei denen die Bescherung erst am 1. Weihnachtstag stattfindet.
Und schon das Essen an Heiligabend ist oft Tradition. Da gibt es gern Kartoffelsalat oder etwas anderes, was man vorher gut vorbereiten kann.
Danach gehört für Viele der Besuch der Christmette am Heiligabend zum festen Ritual der Feierlichkeiten.
In den meisten Familien gibt es dann am 1. Weihnachtstag „das große Fressen“ … Manchmal ist es eine Jahrzehnte lange Tradition, dass immer Ente oder Gans auf dem Speiseplan steht. Da gibt es in der Regel auch nichts zu rütteln.
Und schon sind wir bei den Rauhnächten, wo sich Bräuche und Traditionen fast schon überschlagen. Da wird orakelt, Glück gewünscht und was weiß ich. Diese Tage – bzw. Nächte sind vom Volksglauben und verschiedenen Mythen nur so umwoben.
Traditionen bilden sich mit der Zeit. Mit manchen bricht man … bei anderen danach^^ Ich kenne genug Leute, die weniger Wert auf Bräuche und Traditionen legen … aber wehe, es gibt Heiligabend keinen Kartoffelsalat mit Würstchen.
Ich sage euch – bewahrt euch die Traditionen! Sie sind einfach eine schöne Sache. Man kann und muss manchmal so manchen Brauch etwas abändern – aber das hat ja irgendwo alles auch seinen Sinn. Tradition ist auch ein Stück Heimat – und wer denkt an Weihnachten nicht gern an zu Haus?!
Türen und Türchen spielen im Advent und zu Weihnachten eine größere Rolle, als man auf dem ersten Blick glaubt. Wir bekommen es ab dem ersten Dezember ja beim Adventskalender gleich mit 24 Türchen zu tun, die es nach und nach zu öffnen gilt.
Für viele Haushalt ist auch die Eingangstür des Hauses – bzw. der Wohnung ein wichtiges Element. Die meisten Türen sind im Advent mit einem weihnachtlichen Kranz geschmückt. Es ist fast wie eine Visitenkarte … zeige mir deine Tür und ich sag dir, wie du drinnen dekoriert hast. Klappt meist ziemlich gut.
Und wenn auch noch ein Mistelzweig über der Tür hängt, bekommt man vielleicht sogar noch einen Kuss oben drauf … oder eine gescheuert – je nachdem, wer zuerst küsst^^
Im Alpenland gibt es noch den Brauch des Anklöpfelns. Die Nächte der drei letzten Donnerstage vor Weihnachten werden Anklopfnächte oder Klopfnächte genannt und in der Regel mit dem Klöcklsingen begangen. Dafür ziehen meist Männer – als Hirten verkleidet – wortwörtlich um die Häuser und besuchen die Nachbarn.
Ähnlich verläuft das „Adventsklopfen“, bei dem Kinder mit kleinen Stöcken oder Ruten um die Häuser ziehen und gegen die Türen klopfen, um Lieder zu singen und um Süßigkeiten zu bitten.
Ein Trend aus Skandinavien hat sich mittlerweile zu einem Geheimtipp in Sachen Tradition entwickelt, der auch bei uns angekommen ist. Die Wichteltür! Die Hauptrolle spielt da ein imaginärer Wichtel, der ein Helfer des Weihnachtsmannes ist. Man sieht ihn nicht … nur die Spuren, die er hinterlässt. Die Wichteltür wird zum ersten Advent aufgestellt – am Besten unbemerkt von den Kindern. Die werden Augen machen, wenn da auf einmal ein kleines Türchen ist, wo sonst nie eins war.
Diese Wichtelsets gibt es mittlerweile auch überall zu kaufen. Aber wer ein wenig geschickt ist, kann sich diese Dekoration auch leicht selber basteln. Ich finde es eine putzige Idee – besonders für Familien mit braven Kindern.
Kommen wir zur wichtigsten Tür überhaupt: Die Tür zur Weihnachtsstube. Nun – es kommt etwas drauf an, wie viel Wohnraum man hat. Wir hatten früher z.B. zwei große Zimmer nebeneinander, die durch zwei große Schiebetüren verbunden waren. Die beiden Türen waren das ganze Jahr über in der Wand verschwunden und wurden nur zu Heiligabend raus gezogen … bis zur Bescherung. Und hinter der Tür befand sich dann das Weinachtszimmer. Mit Tannenbaum, Geschenke und allem, was zu einem gescheiten Weihnachtsfest dazu gehört. Alles war liebevoll dekoriert, und manchmal waren unsere Geschenke schon aufgebaut … das waren dann so Sachen wie ne Eisenbahn oder die Carrerabahn, ein Westernfort mit anliegender Westernstadt … je nachdem, was es zu Weihnachten gab. Mein Papa war in solchen Dingen sehr kreativ. Das Schlüsselloch war von innen mit dickem Klebeband verklebt, damit wir auch ja nicht gucken.
Und dann kam die Bescherung … Nicht mit Glöckchen oder so – das kann ja jeder. Nein – mein Papa hat alles mit Zeitschaltuhren verdröselt … und das so Ende der 70er Jahre. Heute ist das kein Ding, da kriegt man so Teile für kleines Geld an jeder Ecke. Aber damals hat er sich das alles selbst gebaut. Doch bevor der Plattenspieler und die Christbaumbeleuchtung von alleine anging, sprang das Tonbandgerät an … Da hat er extra ein Tonband mit Gepolter und so aufgenommen, damit wir denken, dass das Christkind da grad im Weihnachtszimmer zugange ist. Hat geklappt! Zumindest bei mir. In Wirklichkeit war es das Zeichen für meine Eltern, den Kaffeetisch abzuräumen und um sich so langsam auf die Bescherung vorzubereiten. So ein Ding war das! Und dann kam der große Moment, wo die beiden Türen wieder in die Wand geschoben wurden. Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, würde ich sagen: Diese magischen Türen wurden extra nur für Weihnachten da eingebaut!
Soviel zum Thema Weihnachten und Türen …