Zimt

Brauchen wir nicht Schokolade - Honig, Nüsse und Succade - Und ein bisschen Zimt? - Das stimmt“!

So heißt es in dem beliebten Weihnachtslied „In der Weihnachtsbäckerei“ von Rolf Zuckowski. Und recht hat er! Denn Zimt ist ein sehr beliebtes Gewürz zu Weihnachten, da es mit seinem warmen, würzigen Aroma eine gemütliche und festliche Atmosphäre schafft.

 

Vasco da Gama war im späten 15. Jahrhundert wieder mal auf Tour und landete 1498 in Ceylon (heute Sri Lanka). Dort fand er das kostbare Gewürz, probierte ein wenig damit rum und brachte es dann 1502 nach Europa. Zunächst war es als Gewürz und Heilmittel im Gebrauch, denn Zimt gilt als durchblutungsfördernd, verdauungsfördernd und krampflösend. Und für den guten Ton sorgt er auch noch … denn Zimt kann sogar bei Blähungen, Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit helfen.

Aber in erster Linie wird Zimt traditionell in vielen Weihnachtsgebäcken wie Lebkuchen und Zimtsternen und natürlich Spekulatius verwendet und ist auch ein Bestandteil von Glühwein und anderen weihnachtlichen Getränken. Zimt wird auch oft in Glühwein, heißer Schokolade und anderen warmen Getränken verwendet, um sie zu aromatisieren und zu erwärmen. Eine Prise Zimt verleiht dem Morgenkaffee z.B. eine leichte weihnachtliche Note … Ich sach nur.

Und sonst gehört ja auch ein Zimt-Zucker-Mix stets auf Apfelkuchen, Pflaumenkuchen und Milchreis. Es ist eine tolle Harmonie in der Küche – speziell in diesem Fall in der Weihnachtsbäckerei.

Nicht zu vergessen, die Zimtstangen als Dekoration in Doppelfunktion. Man findet sie oft in weihnachtlichen Gestecken oder auch im Adventskranz. Es sieht schön aus und duftet natürlich auch herrlich. In Kombination mit Tannenduft muss einem doch zwangsläufig weihnachtlich ums Herz werden. 

Zimtsterne

Und wo wir gerade schon beim Zimt waren, dürfen die Zimtsterne natürlich nicht fehlen. Der genaue Ursprung der Zimtsterne ist nicht ganz eindeutig belegt, aber es wird vermutet, dass sie bereits im 16. Jahrhundert entstanden sind. Eine erste Erwähnung stammt vermutlich aus dem Jahre 1536. Da soll der Kardinal Lorenzo Campeggio dem Karl V. die ersten Zimtsterne serviert haben. Zu der Zeit war Zimt noch ein sehr teures Gewürz. Daher war Zimtgebäck eher dem Adel und wohlhabenden Bürgern vorbehalten. Aber wie sag ich immer: Geld backt keine Kekse! Man sagt zwar Weihnachtsbäckerei, aber Zimtsterne werden eher getrocknet als gebacken. Zimtsterne sind in der Herstellung trotzdem etwas aufwendiger als einfache Ausstechplätzchen - aber wie so oft … der Aufwand lohnt sich!

 

Die Masse wird aus gemahlenen Nüssen, Puderzucker, Zimt und Eiweiß geknetet und muss vor dem Ausrollen gut gekühlt werden, da es sonst eine recht pampige Angelegenheit wird. Und wenn die Masse dann gut gekühlt ist, kann man mit dem Ausrollen beginnen – nicht zu dünn, denn die Zimtsterne gehen ja nicht auf, wie andere Plätzchensorten, die mit Mehl bearbeitet werden. Ach ja … da Zimtsterne aus gemahlenen Mandeln und Nüssen statt mit Mehl verknetet werden, sind sie von Haus aus glutenfrei … kleine Info, für alle, die auf Gluten achten müssen. Aber genau die Mandel-Nuss-Mischung macht dann ja auch diese leicht zähe Konsistenz im Inneren aus. Nun werden die Sterne ausgestochen und dann kommt die magische Zucker-Glasur drauf. Normalerweise besteht die Glasur aus Eischnee und Puderzucker, aber mittlerweile gibt es da ein Glitzedpuder, das immer beliebter wird.

Jetzt werden die Zimtsterne bei niedriger Temperatur gebacken – bzw. getrocknet, denn die Haube soll ja weiß bleiben und nicht braun werden. Außerdem bleibt der Kern innen schön weich und saftig.

Ich gerate fast ins Schwärmen – das ist aber auch kein Wunder, denn Zimtsterne gehören auf jeden bunten Teller und sind aus der Weihnachtsbäckerei nicht mehr wegzudenken. Es ist dieser dominante Zimtgeschmack und die Sternenform, die es zu einem Klassiker in der Weihnachtszeit machen.

Zippelmütze

Ich habe bewusst „Zippelmütze“ geschrieben, denn wir bearbeiten hier jetzt beides – einmal die Zippelmütze für auf den Kopf … also quasi die Zipfelmütze – ja und dann Zippelmütz … also da geht es dann um mich.

Aber zunächst die Zipfelmütze an sich.

Die Zipfelmütze ist eng mit Weihnachten verbunden, da sie traditionell vom Weihnachtsmann getragen wird. Und nein … der Nikolaus nicht, da er in der Regel eine Mitra – sprich einen Bischofshut trägt. Aber die Elfen … also die Helfer des Weihnachtsmannes tragen Zipfelmützen … na ja … und die sieben Zwerge natürlich.

 

Die Zipfelmütze hat ja schon eine lange Geschichte und entstand im 15. Jahrhundert aus dem Kopfteil der „Gugel“ … einer Kopfbedeckung, wie sie einfache Bürger oder auch die Mainzelmännchen tragen. Die Heinzelmännchen dagegen trugen dagegen schon Mützen, die der Zipfelmütze ähnelte und als Langsack bekannt war. Eine typische Berufsgruppe war z.B. die der Bergmänner. Also meist waren das Berufe des Handwerks und eben einfache Leute. Die Zipfelmütze schützte damals (wie heute) vor Kälte. Man erzählt sich, dass man mit der Mütze sogar Asche gesiebt hat … darum sind sie wohl auch so lang^^

Im Laufe der Zeit wurde sie mit verschiedenen Figuren und Traditionen, einschließlich die des Weihnachtsmannes, assoziiert. In diesem Fall ist die rote Zipfelmütze mit einem weißen Fellbesatz und einem weißen Bommel an der Spitze ausgestattet. Übrigens: Auch der Adel entdeckte diese Kopfbedeckung für sich – allerdings nur für die Nacht … als Schlafmütze.

Aber die Weihnachtszipfelmütze hat in den letzten Jahren – bzw. Jahrzehnten an Beliebtheit dazugewonnen. Zunächst als Gag, aber dann merkte man, das die Teile tatsächlich die Rübe warm halten. Auf größeren Weihnachtsmärkten verdient sich so mancher Händler mit dieser einfachen Zipfelmütze dumm und dämlich. Es gibt sie ja auch in den Farben des Lieblingfußballvereins, aber der Klassiker ist eben die rote Zipfelmütze mit weißer Krampe und Bommel.

 

Also fast wie bei mir …

Und damit sind wir bei Zippelmütz. Das ist eigentlich schnell erklärt. Ich war als Kind schon ein Kasper … Als ich klein war, trug man als ordentliches Kind eine Bommelmütze. So auch ich. Wenn ich dann von draußen rein kam und die Mütze ausziehen wollte, hab ich immer am Bommel gezogen, so dass die Mütze länger und länger wurde … bis sie eines Tages eine richtige Zippelmütze war. Und seit meiner Kindheit liebe ich die Weihnachtszeit. Da hat sich in den letzten 50 Jahren auch nichts geändert. Je näher es an Weihnachten geht, werde ich immer mehr zum Kind.

Und ich freue mich riesig, dass hier jetzt dieser Weihnachtsbereich endlich geöffnet ist, damit jeder mit mir mein Weihnachten erleben kann – an kalten Tagen auch gern mit ner Zipfelmütze auf.


© by Zippelmütz